Das Herz ist weit...

Sigmund von Birken

1626

Das Hertz ist weit von dem/ was eine Feder schreibt. Wir dichten im Gedicht/ dass man die Zeit vertreibt. In uns flamt keine Brunst/ ob schon die Blätter brennen von liebender Begier. Es ist ein blosses nennen.

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Interpretation

Das Gedicht "Das Herz ist weit..." von Sigmund von Birken beschäftigt sich mit der Kluft zwischen den inneren Gefühlen des Herzens und den Worten, die auf Papier gebracht werden. Der erste Vers setzt einen Kontrapunkt zwischen der Weite des Herzens und der Begrenztheit der Feder, was darauf hindeutet, dass das Geschriebene nicht die volle Tiefe der Emotionen einfangen kann. Im zweiten Vers wird das Dichten als eine Art Zeitvertreib dargestellt, was auf eine gewisse Distanziertheit oder Oberflächlichkeit des poetischen Schaffens hindeuten könnte. Die Zeit wird mit Hilfe von Gedichten vertrieben, was darauf hindeutet, dass das Dichten eine Flucht vor der Realität oder eine Beschäftigung mit der Vergänglichkeit der Zeit sein könnte. Der dritte Vers bringt eine weitere Distanzierung zum Ausdruck: Obwohl die Worte auf dem Papier brennen mögen von liebender Begier, gibt es in uns selbst keine Flamme der Leidenschaft. Die Poesie ist somit eine Art Schein, ein "bloßes nennen", das die wahre Intensität der Gefühle nicht erreicht. Das Gedicht endet mit der Erkenntnis, dass das Geschriebene nur eine blasse Nachahmung der tatsächlichen Emotionen ist, die im Herzen wohnen.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
von liebender Begier
Antithese
Es ist ein blosses nennen.
Kontrast
Wir dichten im Gedicht/ dass man die Zeit vertreibt.
Metapher
Das Hertz ist weit von dem/ was eine Feder schreibt.
Personifikation
In uns flamt keine Brunst/ ob schon die Blätter brennen