Das Herz ist mir bedrückt
1832Das Herz ist mir bedrückt, und sehnlich Gedenke ich der alten Zeit; Die Welt war damals noch so wöhnlich, Und ruhig lebten hin die Leut.
Doch jetzt ist alles wie verschoben, Das ist ein Drängen! eine Not! Gestorben ist der Herrgott oben, und unten ist der Teufel tot.
Und alles schaut so grämlich trübe, So krausverwirrt und morsch und kalt, Und wäre nicht das bißchen Liebe, So gäb es nirgends einen Halt.
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Interpretation
Das Gedicht "Das Herz ist mir bedrückt" von Heinrich Heine thematisiert die Sehnsucht nach einer einfacheren und ruhigeren Vergangenheit. Der Sprecher drückt seine Melancholie aus, indem er sich an die "alten Zeiten" erinnert, als die Welt noch "wöhnlich" und das Leben der Menschen ruhig war. Diese nostalgische Stimmung wird durch den Kontrast zur gegenwärtigen Situation verstärkt, die als chaotisch und bedrückend beschrieben wird. In der Gegenwart scheint alles aus den Fugen geraten zu sein. Der Sprecher verwendet drastische Bilder, um das Gefühl der Verwirrung und des Verlusts zu verdeutlichen: "Gestorben ist der Herrgott oben, und unten ist der Teufel tot." Diese Zeilen symbolisieren den Verlust von Orientierung und moralischer Führung, was zu einem Zustand der Orientierungslosigkeit führt. Die Welt erscheint "grämlich trübe" und "krausverwirrt", was die allgemeine Unzufriedenheit und das Gefühl des Verfalls widerspiegelt. Trotz dieser düsteren Darstellung gibt es einen Hoffnungsschimmer in Form der Liebe. Der Sprecher betont, dass "wäre nicht das bißchen Liebe, so gäb es nirgends einen Halt." Dies deutet darauf hin, dass die Liebe das einzige Element ist, das in dieser chaotischen Welt noch Stabilität und Bedeutung bietet. Das Gedicht endet somit mit einer leisen Hoffnung, dass die Liebe als Anker in stürmischen Zeiten dienen kann.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- So krausverwirrt und morsch und kalt
- Hyperbel
- Gestorben ist der Herrgott oben, und unten ist der Teufel tot
- Ironie
- Und wäre nicht das bißchen Liebe, So gäb es nirgends einen Halt
- Kontrast
- Die Welt war damals noch so wöhnlich, Und ruhig lebten hin die Leut. Doch jetzt ist alles wie verschoben
- Metapher
- Das Herz ist mir bedrückt
- Personifikation
- Und alles schaut so grämlich trübe