Das Hermelin

Friedrich Hebbel

1863

Der Jäger spürt dem reinsten Hermelin Seit lange nach, doch welches Netz er stellt, Das edle Tier weiß jedes klug zu fliehn Und hüpft nur um so froher durch das Feld.

Dann aber ritzt es sich an einem Dorn Und hält für einen Fleck sein eignes Blut: Den wäscht es aus am nächsten klaren Born, Und nun beschleicht′s der Feind und kühlt den Mut.

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Illustration zu Das Hermelin

Interpretation

Das Gedicht "Das Hermelin" von Friedrich Hebbel erzählt die Geschichte eines Jägers, der ein edles Tier verfolgt. Das Hermelin ist klug und entkommt jedem Netz, das der Jäger stellt, und hüpft fröhlich durch das Feld. Das Tier symbolisiert eine reine und unberührbare Natur, die sich nicht so leicht fangen lässt. In der zweiten Strophe ereignet sich ein tragischer Wendepunkt. Das Hermelin verletzt sich an einem Dorn und hält das eigene Blut für einen Fleck. In dem Versuch, sich zu reinigen, wäscht es sich am nächsten klaren Born. Diese Reinigung wird zum Verhängnis, da der Feind das Hermelin nun leicht beschatten kann und sein Mut erkaltet. Das Gedicht kann als Metapher für die menschliche Natur und die Verletzlichkeit der Reinheit interpretiert werden. Das Hermelin steht für etwas Reines und Edles, das durch einen kleinen Fehler oder eine Verletzung verwundbar wird. Die Reinigung, die eigentlich zur Wiederherstellung der Reinheit gedacht ist, führt letztendlich zum Untergang. Hebbel verdeutlicht, dass selbst das Reinste und Klügste durch einen Moment der Unachtsamkeit oder Verletzlichkeit in Gefahr geraten kann.

Schlüsselwörter

jäger spürt reinsten hermelin seit lange netz stellt

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Stilmittel

Bildsprache
hüpft nur um so froher durch das Feld
Ironie
Und hält für einen Fleck sein eignes Blut
Metapher
Den wäscht es aus am nächsten klaren Born
Personifikation
Das edle Tier weiß jedes klug zu fliehn
Symbolik
das reinste Hermelin