Das graurotgrüne Großstadtlied

Wolfgang Borchert

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Rote Münder, die aus grauen Schatten glühn, girren einen süßen Schwindel. Und der Mond grinst goldiggrün durch das Nebelbündel.

Graue Straßen, rote Dächer, mittendrin mal grün ein Licht. Heimwärts grölt ein später Zecher mit verknittertem Gesicht.

Grauer Stein und rotes Blut - morgen früh ist alles gut. Morgen weht ein grünes Blatt über einer grauen Stadt.

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Interpretation

Das Gedicht "Das graurotgrüne Großstadtlied" von Wolfgang Borchert beschreibt die nächtliche Atmosphäre einer Großstadt. Es beginnt mit dem Bild roter Münder, die aus grauen Schatten leuchten und einen süßen Schwindel verursachen. Der Mond wird als goldiggrün beschrieben und lugt durch den Nebel. Die Straßen sind grau, die Dächer rot und inmitten davon leuchtet ein grünes Licht. Ein betrunkener Mann singt auf dem Heimweg mit einem zerknitterten Gesicht. Die Farben Grau, Rot und Grün werden wiederholt verwendet, um die Tristesse und das Leben in der Stadt darzustellen. Im zweiten Teil des Gedichts wird die Nacht mit grauem Stein und rotem Blut verglichen. Doch am nächsten Morgen ist alles wieder gut. Ein grünes Blatt weht über der grauen Stadt. Dies könnte als Symbol für Hoffnung und Neubeginn interpretiert werden, trotz der Tristesse und des Lärms der Nacht. Die Wiederholung der Farben Grau, Rot und Grün am Ende des Gedichts verstärkt den Kontrast zwischen der Nacht und dem Morgen. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine melancholische Stimmung, die die Atmosphäre einer Großstadt in der Nacht einfängt. Die Farben und Bilder erzeugen eine surreale und traumhafte Stimmung, die den Leser in die nächtliche Welt der Stadt eintauchen lässt. Trotz der Tristesse und des Lärms gibt es am Ende einen Hauch von Hoffnung und Neubeginn, der das Gedicht abrundet.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
rote Münder, die aus grauen Schatten glühn
Bildlichkeit
verknittertem Gesicht
Kontrast
graue Stadt
Metapher
Nebelbündel
Personifikation
der Mond grinst goldiggrün
Symbolik
grünes Blatt