Das Geheimniß
1897Du fragst mich, Mädchen, was flüsternd der West Vertraue den Blüthenglocken? Warum von Zweige zu Zweig im Geäst Die zwitschernden Vögel sich locken?
Warum an Knospe die Knospe sich schmiegt, Und Wellen mit Wellen zerfließen, Und dem Mondstrahl, der auf den Kelchen sich wiegt, Die Violen der Nacht sich erschließen?
O thörichtes Fragen! Wem Wissen frommt, Nicht kann ihm die Antwort fehlen; Drum warte, Kind, bis die Liebe kommt, Sie wird dir Alles erzählen!
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Interpretation
Das Gedicht "Das Geheimniß" von Adolf Friedrich Graf von Schack beschäftigt sich mit den Geheimnissen der Natur und der Liebe. Das Mädchen im Gedicht stellt Fragen nach den verborgenen Zusammenhängen in der Natur, wie dem Flüstern des Westwinds oder dem Verhalten der Vögel und Blumen. Der Sprecher antwortet, dass diese Fragen töricht sind, da das Wissen um diese Geheimnisse jedem zuteilwerden wird, der danach sucht. Das Gedicht vermittelt die Botschaft, dass die Antworten auf die Fragen nach den Geheimnissen der Natur und der Liebe durch die Erfahrung der Liebe selbst gefunden werden. Der Sprecher ermutigt das Mädchen, geduldig zu sein und darauf zu warten, dass die Liebe kommt, da sie alle Antworten bringen wird. Die Liebe wird als Schlüssel zur Erkenntnis und zum Verständnis der Welt dargestellt. Das Gedicht verwendet eine Vielzahl von Naturbildern und Metaphern, um die Schönheit und das Geheimnis der Natur zu beschreiben. Die Sprache ist poetisch und romantisch, was den Eindruck von Mystik und Verzauberung verstärkt. Die Struktur des Gedichts, mit seinen drei Strophen und dem Reimschema, trägt zur musikalischen Qualität des Gedichts bei und unterstreicht die romantische Stimmung.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Zwitschernden Vögel sich locken
- Metapher
- Bis die Liebe kommt, / Sie wird dir Alles erzählen!
- Personifikation
- Die Violen der Nacht sich erschließen
- Rhetorische Frage
- O thörichtes Fragen! Wem Wissen frommt