Das Geheimnis

Adolf Friedrich Graf von Schack

1815

Du fragst mich, Mädchen, was flüsternd der West Vertraue den Blütenglocken? Warum von Zweige zu Zweig im Geäst Die zwitschernden Vögel sich locken?

Warum an Knospe die Knospe sich schmiegt, Und Wellen mit Wellen zerfließen, Und dem Mondstrahl, der auf den Kelchen sich wiegt, Die Violen der Nacht sich erschließen?

O thörichtes Fragen! Wem Wissen frommt, Nicht kann ihm die Antwort fehlen; Drum warte, Kind, bis die Liebe kommt; Sie wird dir alles erzählen!

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Interpretation

Das Gedicht "Das Geheimnis" von Adolf Friedrich Graf von Schack handelt von der unergründlichen Natur der Liebe und der Schönheit der Welt. Das lyrische Ich antwortet auf die Fragen eines Mädchens nach den Geheimnissen der Natur mit einer Einladung, die Liebe zu erfahren, um Antworten zu finden. Das Gedicht beginnt mit einer Reihe von Fragen des Mädchens, die sich auf die Natur beziehen. Der Sprecher fragt nach den Geheimnissen, die der Westwind den Blüten zuflüstert, nach dem Grund, warum Vögel sich gegenseitig anlocken, und nach der Verbindung zwischen Knospen, Wellen und Mondstrahlen. Diese Fragen verdeutlichen die Neugier und das Staunen des Mädchens über die Schönheit und den Zauber der Natur. Das lyrische Ich antwortet auf diese Fragen mit der Erkenntnis, dass es töricht ist, nach Antworten zu suchen. Es betont, dass Wissen allein nicht ausreicht, um die Geheimnisse der Welt zu verstehen. Stattdessen ermutigt der Sprecher das Mädchen, geduldig zu sein und auf die Liebe zu warten. Die Liebe wird alle Antworten liefern und das Mädchen wird die Geheimnisse der Natur durch ihre eigenen Erfahrungen verstehen.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Metapher
Sie wird dir alles erzählen!
Personifikation
Du fragst mich, Mädchen, was flüsternd der West Vertraue den Blütenglocken?