Das frühe Fest
1922Du bist die silberne Weide am Bach. Schatten der Wolke Du schwimmend. Du gehst über die mondenen Wege. Die Städte-Straßen kennen Dich. Tiere spürten Deiner Fährte all.
Nun suchen Waller, steile, Dich gebetvoll. Da rot mein Fuß ging - Deine Ferne brannte! - Liebend erkannten sich die Wandernden.
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Interpretation
Das Gedicht "Das frühe Fest" von Maria Luise Weissmann handelt von einer geheimnisvollen, fast mythischen Gestalt, die als "Du" bezeichnet wird. Diese Figur wird mit einer silbernen Weide am Bach verglichen, was auf eine Verbindung zur Natur und eine gewisse Zartheit hindeutet. Die Wolke, die über den mondänen Wegen schwimmt, verleiht der Szene eine traumhafte, unbeständige Qualität. Die Städte und Straßen, die diese Gestalt kennen, sowie die Tiere, die ihre Spur spüren, deuten auf eine tiefe Verbundenheit mit der Umwelt und eine fast übernatürliche Präsenz hin. Im zweiten Teil des Gedichts wird die Suche nach dieser Figur intensiver. Die "Waller", die steil und betend nach ihr suchen, vermitteln ein Gefühl von Sehnsucht und Verehrung. Der Hinweis auf den roten Fuß und die brennende Ferne lässt eine Reise oder einen Weg erkennen, der sowohl physisch als auch emotional ist. Die brennende Ferne könnte als Metapher für die unerreichbare oder flüchtige Natur der gesuchten Gestalt dienen. Im letzten Teil des Gedichts wird die Begegnung oder das Erkennen zwischen den Wandernden beschrieben. Die Verwendung des Wortes "liebend" deutet auf eine tiefe emotionale Verbindung hin, die durch das Erkennen entsteht. Dies könnte als ein Moment der Erkenntnis oder der Vereinigung interpretiert werden, in dem die Suche ein Ende findet und eine neue Ebene des Verstehens oder der Zugehörigkeit erreicht wird.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Liebend erkannten sich die Wandernden.
- Personifikation
- Schatten der Wolke Du schwimmend.