Das Fräulein stand am Meere

Heinrich Heine

1832

Das Fräulein stand am Meere Und seufzte lang und bang, Es rührte sie so sehre Der Sonnenuntergang.

“Mein Fräulein! Sein Sie munter, Das ist ein altes Stück; Hier vorne geht sie unter Und kehrt von hinten zurück.”

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Das Fräulein stand am Meere

Interpretation

Das Gedicht "Das Fräulein stand am Meere" von Heinrich Heine erzählt von einem Fräulein, das melancholisch am Strand steht und den Sonnenuntergang betrachtet. Die junge Frau seufzt lang und bang, tief bewegt von dem Anblick des untergehenden Himmelskörpers. Der Sonnenuntergang löst in ihr eine starke emotionale Reaktion aus, die sich in ihrem Seufzen und ihrem bangen Gefühl äußert. Ein unbekannter Sprecher tritt auf und versucht, das Fräulein aufzumuntern. Er erklärt ihr, dass der Sonnenuntergang ein "altes Stück" sei und dass die Sonne lediglich ihren Zyklus durchlaufe. Sie gehe vorne unter und kehre von hinten zurück. Diese Aussage kann als Metapher für die Unvermeidlichkeit und Kontinuität des Lebens verstanden werden. Das Gedicht vermittelt eine Botschaft der Hoffnung und des Trostes. Es suggeriert, dass auch in dunklen Momenten oder bei Abschieden immer ein Neuanfang möglich ist. Der Sonnenuntergang symbolisiert hier das Ende eines Tages, aber auch die Gewissheit, dass ein neuer Tag folgen wird. Das Gedicht lädt dazu ein, die Zyklen des Lebens zu akzeptieren und Trost in der Kontinuität der Natur zu finden.

Schlüsselwörter

fräulein stand meere seufzte lang bang rührte sehre

Wortwolke

Wortwolke zu Das Fräulein stand am Meere

Stilmittel

Alliteration
lang und bang
Anapher
Das Fräulein stand am Meere Und seufzte lang und bang
Kontrast
geht sie unter Und kehrt von hinten zurück
Metapher
Es rührte sie so sehre Der Sonnenuntergang
Personifikation
Hier vorne geht sie unter Und kehrt von hinten zurück