Das Ende des Festes

Conrad Ferdinand Meyer

1892

Da mit Sokrates die Freunde tranken Und die Häupter auf die Polster sanken, Kam ein Jüngling, kann ich mich entsinnen, Mit zwei schlanken Flötenbläserinnen.

Aus den Kelchen schütten wir die Neigen, Die gesprächesmüden Lippen schweigen, Um die welken Kränze zieht ein Singen … Still! Des Todes Schlummerflöten klingen!

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Illustration zu Das Ende des Festes

Interpretation

Das Gedicht "Das Ende des Festes" von Conrad Ferdinand Meyer beschreibt eine Szene, die an ein antikes Trinkgelage erinnert. Die Freunde um Sokrates haben getrunken und ihre Köpfe sinken auf die Kissen. Ein junger Mann kommt mit zwei schlanken Flötenbläserinnen. Die Trinkgefäße werden entleert, die müden Lippen schweigen, und ein Singen zieht um die welken Kränze. Die Schlummerflöten des Todes erklingen. Die Stimmung des Gedichts ist von einer melancholischen und nachdenklichen Atmosphäre geprägt. Die Trunkenheit und die Müdigkeit der Teilnehmer werden durch die sinkenden Köpfe und die schweigenden Lippen verdeutlicht. Das Singen um die welken Kränze deutet auf eine Art Abschiedsritual hin, das den Übergang vom Leben zum Tod symbolisiert. Die Schlummerflöten des Todes klingen leise und sanft, als ob sie die Seelen der Trinkenden in einen ewigen Schlaf wiegen würden. Die Verwendung des antiken Settings und der griechischen Mythologie verleiht dem Gedicht eine zeitlose und universelle Bedeutung. Es erinnert uns daran, dass das Leben vergänglich ist und dass der Tod ein unausweichlicher Teil des menschlichen Daseins ist. Das Gedicht lädt uns ein, über die Vergänglichkeit des Lebens und die Bedeutung des Todes nachzudenken und uns bewusst zu machen, dass wir alle eines Tages Abschied nehmen müssen.

Schlüsselwörter

sokrates freunde tranken häupter polster sanken kam jüngling

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
schlanken Flötenbläserinnen
Enjambement
Da mit Sokrates die Freunde tranken Und die Häupter auf die Polster sanken
Metapher
Des Todes Schlummerflöten klingen
Personifikation
Die gesprächesmüden Lippen schweigen