Das eiserne Kreuz

Max von Schenkendorf

1813

Auf der Nogat grünen Wiesen Steht ein Schloß in Preußenland, Das die frommen deutschen Riesen Einst Marienburg genannt.

An der Mauer ist zu schauen Bildniß leuchtend groß und klar, Bildniß unsrer lieben Frauen, Die den Heiland uns gebar.

Lieb′ und Glaube wollten geben Jener Fülle milden Reiz, In den Lüften sah man schweben, In den Fahnen hoch das Kreuz.

Heil′ges Zeichen ward erlesen Fern im weisen Morgenland, Und nach seinem tiefsten Wesen Ward es deutsches Kreuz genannt.

Heil dir, alter Bund der Starken, Heil euch edle deutsche Herrn, Von den frommen Christen-Marken Hieltet ihr die Heiden fern.

Ach, die Ritter sind gefallen, Ihre Tempel sind entweiht, Abgebrochen ihre Hallen - Auf den Särgen liegt ihr Kleid.

Immer nur das Lose, Neue Nahm die jüngste Zeit um Ziel, Alte Kraft und alte Treue Lebten kaum im Ritterspiel.

Doch, ein Herr, dem Alle weichen, Hat den Jammer fromm bedacht, Hat uns unser Ordenszeichen Aus der Gruft herauf gebracht.

Wieder schmückt es unsre Fahnen, Wieder deckt es unsre Brust, Und im Himmel noch die Ahnen Schauen es mit Heldenlust.

War das alte Kreuz von Wollen, Eisern ist das neue Bild, Anzudeuten, was wir sollen, Was der Männer Herzen füllt.

Denn nur Eisen kann uns retten, Und erlösen kann nur Blut, Von der Sünde schweren Ketten, Von des Bösen Uebermuth.

Heil′ges Kreuz, ihr dunkeln Farben, Seid in jede Brust geprägt. Männern, die im Glauben starben, Werdet ihr aufs Grab gelegt.

Um die kühnen Heldengeister Schlingt sich dieses Ordens-Band, Und der König ist sein Meister, Der das alte Zeichen fand.

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Illustration zu Das eiserne Kreuz

Interpretation

Das Gedicht "Das eiserne Kreuz" von Max von Schenkendorf ist ein patriotisches und religiöses Werk, das die Geschichte und Symbolik des Eisernen Kreuzes in Preußen feiert. Es beginnt mit einer Beschreibung des Schlosses Marienburg an der Nogat und der Darstellung der Jungfrau Maria an der Mauer, was die Verbindung von Glauben und preußischer Identität herstellt. Das Kreuz wird als heiliges Zeichen dargestellt, das von den deutschen Rittern als Schutz gegen die Heiden genutzt wurde. Das Gedicht reflektiert über den Verfall der alten Ritterlichkeit und die Entweihung ihrer Tempel, aber es endet mit der Hoffnung und Erneuerung, die durch die Einführung des Eisernen Kreuzes als neues Symbol gebracht werden. Das Eiserne Kreuz wird als stärkeres und dauerhafteres Symbol im Vergleich zum alten Kreuz aus Wolle präsentiert, das die Werte von Stärke, Opferbereitschaft und Reinigung durch Blut und Eisen verkörpert. Das Gedicht schließt mit der Erhebung des Eisernen Kreuzes als neues Ordenszeichen, das von den Ahnen im Himmel bewundert wird und als Zeichen des Glaubens und der Tapferkeit auf die Gräber der gefallenen Helden gelegt wird. Das Gedicht ist eine Hommage an die preußische Geschichte und die Idee der nationalen Erneuerung durch Symbole und Werte, die tief in der deutschen Kultur und dem christlichen Glauben verwurzelt sind. Es verbindet die Vergangenheit mit der Gegenwart und deutet an, dass die alten Tugenden der Ritterlichkeit und des Glaubens durch das Eiserne Kreuz in einer modernen Form weiterleben.

Schlüsselwörter

kreuz heil alte frommen genannt schauen bildniß fahnen

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Marienburg genannt
Anapher
Heil′ges Kreuz, ihr dunkeln Farben
Hyperbel
Die frommen deutschen Riesen
Kontrast
War das alte Kreuz von Wollen, / Eisern ist das neue Bild
Metapher
Von der Sünde schweren Ketten
Personifikation
Lieb′ und Glaube wollten geben
Symbolik
Um die kühnen Heldengeister