Das Edelfräulein seufzt
1888Es ist wohl wahr, Die Menschen stammen von einem Paar! Der doppelte Adam, so süß er wäre, Ich halte ihn dennoch für eine Schimäre!
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Interpretation
Das Gedicht "Das Edelfräulein seufzt" von Theodor Storm beschäftigt sich mit dem Thema der menschlichen Herkunft und der biblischen Schöpfungsgeschichte. Der Sprecher zweifelt an der Vorstellung, dass alle Menschen von einem einzigen Paar abstammen, und bezeichnet den "doppelten Adam" als eine Schimäre. Dies deutet darauf hin, dass der Sprecher die traditionelle religiöse Erzählung in Frage stellt und möglicherweise eine alternative Erklärung für die Vielfalt der Menschheit bevorzugt. Die Verwendung des Begriffs "Edelfräulein" und das Seufzen könnten auf eine gewisse Sehnsucht oder Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation hindeuten. Vielleicht sehnt sich das Edelfräulein nach einer anderen Erklärung für die menschliche Herkunft oder fühlt sich durch die traditionelle Erzählung eingeschränkt. Das Gedicht könnte auch als Kritik an den starren gesellschaftlichen Normen und Erwartungen interpretiert werden, die auf religiösen Überzeugungen basieren. Die kurzen, prägnanten Zeilen des Gedichts verleihen ihm eine gewisse Dringlichkeit und Betonung. Die Wiederholung des Wortes "so" in der zweiten Zeile unterstreicht die Süße des doppelten Adams, während die folgende Zeile diese Vorstellung schnell wieder in Frage stellt. Insgesamt vermittelt das Gedicht einen skeptischen und kritischen Ton gegenüber der traditionellen Schöpfungsgeschichte und regt den Leser dazu an, über alternative Erklärungen für die menschliche Herkunft nachzudenken.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Ironie
- Ich halte ihn dennoch für eine Schimäre!
- Metapher
- Der doppelte Adam
- Personifikation
- Es ist wohl wahr