Das Café-Sonett

Ferdinand Hardekopf

unknown

Den Marmortisch umsprühen Manieristen, Erregt vom Beichtwort Mauds, der Künstlerin: “Weiß nicht, ob Weib ich, ob ich Knabe bin!” Sie steigern sich in überhitzte Listen.

Der Dame liegt die letzte Nacht im Sinn. Dem John, dem dunkelsten der Morphinisten, Dem Welt-Abbé, dem Décadence-Artisten, Hält sie die gleiche klare Stirne hin.

Da: Jack, Gorilla, erster Fußball-Preis. Der Geist bestellt die sechste Schnaps-Karaffe. Wie Maud, erkannt, ihr süßes Schicksal weiß!

Es fällt die Festung vor dem Bild der Waffe. Dem Football-Monstrum bringt man Huhn mit Reis, Maud, sachlich: “Schaufle was du kannst, mein Affe!”

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Illustration zu Das Café-Sonett

Interpretation

Das Gedicht "Das Café-Sonett" von Ferdinand Hardekopf zeichnet ein Bild einer chaotischen und exzentrischen Szene in einem Café, in der sich eine Gruppe von Figuren mit unterschiedlichen Identitäten und Obsessionen trifft. Die Hauptfigur Maud, eine Künstlerin, die ihre Geschlechtsidentität in Frage stellt, steht im Zentrum des Geschehens. Die Manieristen um den Marmortisch sind von ihrem Geständnis bewegt und geraten in einen Zustand der Erregung und Überhitzung. Die Szene ist geprägt von einer Mischung aus Dekadenz, Drogenkonsum und sexueller Verwirrung. Die zweite Strophe führt weitere Charaktere ein, wie John, den "dunkelsten der Morphinisten", und den "Welt-Abbé", einen "Décadence-Artisten". Maud behält eine klare Stirn und eine sachliche Haltung bei, trotz der Verwirrung um sie herum. Die Ankunft von Jack, dem "ersten Fußball-Preis", bringt eine neue Dynamik in die Szene. Der Geist bestellt eine weitere Schnaps-Karaffe, und Maud erkennt ihr "süßes Schicksal", was auf eine Art von Akzeptanz oder Erleuchtung hindeutet. Die letzte Strophe beschreibt den Zusammenbruch der "Festung" vor dem "Bild der Waffe", was metaphorisch für den Zusammenbruch von Barrieren oder Tabus stehen könnte. Das "Football-Monstrum" wird mit Huhn und Reis bedient, und Maud gibt ihm den Auftrag, "was er kann, mein Affe!" zu schaufeln. Dies könnte als eine Art von Dominanz oder Kontrolle interpretiert werden, die Maud über die chaotische Szene ausübt. Das Gedicht endet mit einem Gefühl der Auflösung und der Akzeptanz der eigenen Identität und Sexualität.

Schlüsselwörter

weiß maud marmortisch umsprühen manieristen erregt beichtwort mauds

Wortwolke

Wortwolke zu Das Café-Sonett

Stilmittel

Alliteration
Marmor-Mann
Anapher
Dem John, dem dunkelsten der Morphinisten, / Dem Welt-Abbé, dem Décadence-Artisten,
Bildlichkeit
Den Marmortisch umsprühen Manieristen
Hyperbel
erregt vom Beichtwort Mauds, der Künstlerin
Ironie
Maud, sachlich: "Schaufle was du kannst, mein Affe!"
Kontrast
Dem Football-Monstrum bringt man Huhn mit Reis
Metapher
Die Festung vor dem Bild der Waffe
Personifikation
Der Geist bestellt die sechste Schnaps-Karaffe
Rhetorische Frage
Weiß nicht, ob Weib ich, ob ich Knabe bin!
Wortspiel
Maud, sachlich: "Schaufle was du kannst, mein Affe!"