Das Blatt im Buche

Anastasius Grün

1876

Ich hab’ eine alte Muhme, Die ein altes Büchlein hat, Es liegt in dem alten Buche Ein altes, dürres Blatt.

So dürr sind wohl auch die Hände, Die einst im Lenz ihr’s gepflückt. Was mag doch die Alte haben? Sie weint, so oft sie’s erblickt.

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Illustration zu Das Blatt im Buche

Interpretation

Das Gedicht "Das Blatt im Buche" von Anastasius Grün erzählt von einer alten Frau, die ein altes Büchlein besitzt, in dem ein altes, dürres Blatt liegt. Dieses Blatt symbolisiert vergangene Zeiten und Erinnerungen, die mit ihm verbunden sind. Die Beschreibung des Blattes als "dürres" Blatt deutet auf Verfall und Vergänglichkeit hin, was die Themen des Gedichts unterstreicht. Die zweite Strophe führt die Hände ein, die das Blatt einst im Frühling gepflückt haben. Die Trockenheit der Hände lässt darauf schließen, dass die Person, die das Blatt einst pflückte, ebenfalls gealtert oder verstorben ist. Dies verstärkt die Idee der Vergänglichkeit und des unausweichlichen Verfalls aller Dinge. Die alte Frau weint, wenn sie das Blatt erblickt, was auf eine tiefe emotionale Verbindung zu dem Blatt und den damit verbundenen Erinnerungen hindeutet. Das Blatt dient als Auslöser für Trauer und Nostalgie, vielleicht weil es an eine verlorene Liebe oder eine vergangene Zeit erinnert, die nicht mehr zurückkehren kann. Das Gedicht vermittelt eine melancholische Stimmung und reflektiert über die Vergänglichkeit des Lebens und die Macht der Erinnerungen.

Schlüsselwörter

alte altes hab muhme büchlein liegt alten buche

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Stilmittel

Anapher
Das Wort 'alt' wird mehrfach wiederholt (alte Muhme, altes Büchlein, alten Buche, altes, dürres Blatt).
Kontrast
Der Kontrast zwischen 'Lenz' (Frühling) und dem 'dürren Blatt' deutet auf den Verlauf der Zeit und den Verlust der Jugend hin.
Metapher
Das 'dürre Blatt' im Büchlein ist eine Metapher für etwas Vergangenes oder Verlorenes.
Rhetorische Frage
Was mag doch die Alte haben?