Das Bild
unbekanntKrankheit und Tod verlöschten längst die Funken Des Feuers, das uns lohend einst umfing, Der Augen Leuchten sanft und liebestrunken Und jenen Mund, an dem mein Herz verging.
Was blieb von unsrer Küsse mächtigen Schauern, von der Verzückung Rausch so stark und wild? Ach meine arme Seele, du magst trauern! Nichts blieb zurück, als ein verwischtes Bild,
Das stirbt wie ich, in Einsamkeit verborgen, Und das die Zeit, der Greis voll böser Gunst, Mit rauher Schillinge streift an jedem Morgen …
Du düstrer Feind des Lebens und der Kunst, Du sollst mir niemals im Gedächtnis morden Sie, die mein Glück war, die mein Ruhm geworden!
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Interpretation
Das Gedicht "Das Bild" von Charles-Pierre Baudelaire handelt von der Vergänglichkeit von Liebe und Schönheit. Der Sprecher reflektiert über eine vergangene Liebe, die durch Krankheit und Tod zerstört wurde. Die Leidenschaft und das Glück, das einst in den Augen und dem Mund der Geliebten lag, sind erloschen. Nur ein verschwommenes Bild bleibt übrig, das langsam verblasst und schließlich stirbt. Der Sprecher beklagt den Verlust und die Einsamkeit, die mit dem Verschwinden der Liebe einhergehen. Die Zeit, personifiziert als ein alter Mann mit bösen Absichten, nagt täglich an dem Bild und trägt so zum endgültigen Verschwinden bei. Trotzdem schwört der Sprecher, dass die Erinnerung an die Geliebte, die sein Glück und seinen Ruhm war, nicht von der Zeit ausgelöscht werden soll. Das Gedicht thematisiert die Vergänglichkeit des Lebens und der Liebe, aber auch die Macht der Erinnerung und der Kunst, die gegen den Zerfall der Zeit ankämpfen. Der Sprecher hält an der Erinnerung an die Geliebte fest, auch wenn nur noch ein verschwommenes Bild übrig ist.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- schwer und stark
- Hyperbel
- jener Mund, an dem mein Herz verging
- Metapher
- Mit rauher Schillinge streift an jedem Morgen
- Personifikation
- Die Zeit, der Greis voll böser Gunst