Das Alter

Johann Wolfgang von Goethe

1749

Das Alter ist ein höflich Mann: Einmal übers andre klopft er an; Aber nun sagt niemand: Herein! Und vor der Türe will er nicht sein. Da klinkt er auf, tritt ein so schnell, Und nun heißt′s, er sei ein grober Gesell.

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Interpretation

Das Gedicht "Das Alter" von Johann Wolfgang von Goethe handelt von der ambivalenten Natur des Alters und seiner Wahrnehmung durch die Gesellschaft. In den ersten beiden Strophen wird das Alter als höflicher Mann dargestellt, der an die Tür klopft. Doch niemand lädt ihn ein, hereinzukommen, und er möchte auch nicht vor der Tür warten. Dies könnte darauf hindeuten, dass das Alter oft ignoriert oder abgelehnt wird, obwohl es ein natürlicher Teil des Lebens ist. Die letzten beiden Strophen zeigen, wie das Alter schließlich die Tür aufschließt und schnell eintritt. Doch nun wird es als grober Gesell bezeichnet. Dies könnte darauf hindeuten, dass das Alter, sobald es sich durchsetzt und nicht mehr ignoriert werden kann, als unangenehm oder störend empfunden wird. Es wird als ungebetener Gast betrachtet, der sich aufdrängt. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine ambivalente Sicht auf das Alter. Einerseits wird es als höflich und geduldig dargestellt, andererseits als unerwünscht und unangenehm. Es wirft Fragen nach der gesellschaftlichen Wahrnehmung des Alters und dem Umgang mit dem Älterwerden auf.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Metapher
Das Alter ist ein höflich Mann
Personifikation
Und nun heißt′s, er sei ein grober Gesell