Daphne

Elisabeth Langgässer

unknown

Du siehst, wo sich der Waldhang weitet, die Espe zitternd niederwehn, dem Brand des Himmels hingebreitet, von Gras und Habichtskraut begleitet, die ähnlich in den Winter gehn.

Doch auch das Dunkel einer Mauer, wenn sie am Saum der Städte lebt, berührt oft ihrer Krone Schauer, an dem du dieser Zeiten Trauer ermissest, da sie grundlos bebt.

Sie wurzelt mühsam im Gerölle, das sie verfolgt, indem es hält - und vor Begrenzung, Maß und Kelle flieht Daphne in das Laubgefälle und steht am Rande unsrer Welt.

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Illustration zu Daphne

Interpretation

Das Gedicht "Daphne" von Elisabeth Langgässer beschreibt die Espe als Symbol für Vergänglichkeit und Sehnsucht nach Freiheit. Die Espe wird als zitterndes, dem Himmel zugewandtes Wesen dargestellt, das sich in die Weite des Waldes begibt und sich den Jahreszeiten anpasst. Sie steht für die Vergänglichkeit des Lebens und die Anpassungsfähigkeit an die Umwelt. In den zweiten und dritten Strophen wird die Espe als ein Wesen beschrieben, das auch in städtischen Umgebungen, wie an dunklen Mauern, zu finden ist. Hier symbolisiert sie die Trauer und das Unbehagen der Zeit, in der sie existiert. Die Espe wurzelt in Geröll und wird von diesem verfolgt, was ihre ständige Flucht vor Begrenzung und Maß symbolisiert. Sie flieht in das "Laubgefälle" und steht am Rande der menschlichen Welt, was ihre Sehnsucht nach Freiheit und Unbegrenztheit verdeutlicht. Die Espe in diesem Gedicht ist somit ein Symbol für die menschliche Seele, die nach Freiheit und Unbegrenztheit strebt, aber gleichzeitig von den Zwängen und Begrenzungen der Welt gejagt wird. Sie steht für die Vergänglichkeit des Lebens und die Anpassungsfähigkeit an die Umwelt, aber auch für die Sehnsucht nach einem Zustand jenseits der menschlichen Welt.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Metapher
flieht Daphne in das Laubgefälle
Personifikation
Sie wurzelt mühsam im Gerölle