Danksagung
1933Die sommerwiese dürrt von arger flamme. Auf einem uferpfad zertretnen klees Sah ich mein haupt umwirrt von zähem schlamme Im fluss trübrot von ferner donner grimm. Nach irren nächten sind die morgen schlimm: Die teuren gärten wurden dumpfe pferche Mit bäumen voll unzeitig giftigen schneees Und hoffnungslosen tones stieg die lerche.
Da trittst du durch das land mit leichten sohlen Und es wird hell von farben die du maltest. Du lehrst vom frohen zweig die früchte holen Und jagst den schatten der im dunkel kreucht .. Wer wüsste je-du und dein still geleucht- Bänd ich zum danke dir nicht diese krone: Dass du mir tage mehr als sonne strahltest Und abende als jede sternenzone.
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Interpretation
Das Gedicht "Danksagung" von Stefan George beschreibt eine düstere, von Hitze und Zerstörung geprägte Landschaft. Die Sommerwiese verdorrt unter einer argen Flamme, der Klee auf einem Uferpfad wird zertreten, und der Kopf des Sprechers ist von zähem Schlamm umwirrt. Der Fluss ist trübrot, erfüllt von dem Grimm fernen Donners. Nach irren Nächten sind die Morgen schlimm, die teuren Gärten werden zu dumpfen Pferch, mit Bäumen voller unzeitigen giftigen Schnees, und die Lerche steigt mit hoffnungslosem Ton. Doch dann tritt die angesprochene Person auf, die mit leichten Sohlen durch das Land geht. Sie bringt Farbe und Licht in die Tristesse, lehrt vom frohen Zweig die Früchte zu holen und jagt die Schatten, die im Dunkel kriechen. Der Sprecher betont, dass nur diese Person, die still geleuchtet hat, ihm Tage beschert hat, die mehr als die Sonne strahlen, und Abende, die jede Sternenzone übertreffen. Die Krone, die der Sprecher zum Dank bindet, symbolisiert die tiefe Dankbarkeit für die transformative Wirkung dieser Person. Das Gedicht ist ein Loblied auf die transformative Kraft einer Person, die in der Lage ist, Dunkelheit in Licht, Verzweiflung in Hoffnung und Kälte in Wärme zu verwandeln. Die Metaphern der Natur, wie die Sommerwiese, der Klee, der Fluss und die Lerche, dienen dazu, die emotionale und spirituelle Veränderung zu verdeutlichen, die durch die Anwesenheit dieser Person bewirkt wird. Die Krone am Ende des Gedichts ist ein Symbol für die tiefe Dankbarkeit und Verehrung, die der Sprecher für diese Person empfindet.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Mit bäumen voll unzeitig giftigen schneees
- Kontrast
- Und hoffnungslosen tones stieg die lerche
- Metapher
- Und abende als jede sternenzone
- Personifikation
- Und jagst den schatten der im dunkel kreucht