Dank

Joseph von Eichendorff

1788

Mein Gott, Dir sag ich Dank, Daß Du die Jugend mir bis über alle Wipfel In Morgenrot getaucht und Klang, Und auf des Lebens Gipfel, Bevor der Tag geendet, Vom Herzen unbewacht Den falschen Glanz gewendet, Daß ich nicht taumle ruhmgeblendet, Da nun herein die Nacht Dunkelt in ernster Pracht.

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Illustration zu Dank

Interpretation

Das Gedicht "Dank" von Joseph von Eichendorff ist ein tief empfundenes Dankgebet an Gott. Der Dichter drückt seine Dankbarkeit dafür aus, dass Gott ihm die Jugend in strahlendem Licht und Klang geschenkt hat. Die Jugend wird hier als eine Zeit voller Freude und Schönheit dargestellt, die der Dichter bis zum Gipfel des Lebens erleben durfte. In der zweiten Strophe reflektiert der Dichter über die Vergänglichkeit des Lebens und die Dunkelheit, die nun hereinbricht. Er dankt Gott dafür, dass er ihm die Augen geöffnet hat, um den falschen Glanz der Welt zu erkennen, bevor er in den Ruhm verblendet wurde. Diese Erkenntnis hat ihn davor bewahrt, in der Dunkelheit des Lebens zu taumeln und sich zu verirren. Die letzte Strophe schließt mit einem Ausdruck der Ehrfurcht vor der "ernsten Pracht" der hereinbrechenden Nacht. Der Dichter erkennt die Schönheit und den Wert der Dunkelheit an und dankt Gott dafür, dass er ihm die Kraft gegeben hat, diese zu durchschauen und zu überwinden. Das Gedicht endet mit einem tiefen Gefühl der Dankbarkeit und des Vertrauens in Gott, der den Dichter durch die Höhen und Tiefen des Lebens begleitet hat.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Metapher
Dunkelt in ernster Pracht
Personifikation
Bevor der Tag geendet