Daniel Rose und Anna Löbbe

Simon Dach

1640

Der Herbst gibt schon sich an durch kurtzen Tag vnd Regen, Man lieset Wein vnd Obst, das Korn ist abgemeyt, Die Braut spricht aber, jetzt sey jhre Rosen-Zeit, Ist Rosen-lüstern mehr als sie zu seyn hat pflegen.

Wie kläglich thut sie bloß der lieben Rosen wegen? Mein, gebt sie jhr doch hin, geht aber was beyseit, Gebt achtung, wie sie sich der Rosen halber frewt, Vnd seht, sie wil sie gar auch in jhr Bette legen.

Was macht jhr, Jungfraw Braut? jhr fehlt der Sachen gantz, Die Ros′ ist hier nicht zu, sie sol in ewren Krantz. Wer nicht der Rosen Nutz erkennt, sol sie nicht brechen.

Doch geht es vns nicht an, jhr habt die Ros′ allein; Wisst aber gleichwol, daß bey Rosen Dornen seyn, Gebraucht euch ihrer wol, vnd hüttet euch: sie stechen.

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Daniel Rose und Anna Löbbe

Interpretation

Das Gedicht "Daniel Rose und Anna Löbbe" von Simon Dach handelt von der Zeit des Herbstes und der Sehnsucht nach Rosen. Der Herbst ist gekommen, der Tag ist kurz und es regnet. Man liest Wein und Obst, das Getreide ist geerntet. Die Braut jedoch spricht, dass jetzt ihre Rosenzeit sei und sie Rosenlüsternheit mehr als gewöhnlich verspürt. Die Braut tut kläglich, nur der lieben Rosen wegen. Man soll ihr Rosen geben, aber darauf achten, wie sie sich der Rosen halber freut. Sie will sie sogar in ihr Bett legen. Die Braut fehlt es an den Sachen ganz, die Rose ist hier nicht zu haben, sie soll in den Kranz. Wer nicht den Nutzen der Rose erkennt, soll sie nicht brechen. Es geht nicht um uns, die Braut hat die Rose allein. Aber wisse, dass bei Rosen Dornen sind. Nutze sie gut und hüte dich, sie stechen.

Schlüsselwörter

rosen jhr vnd braut seyn gebt geht ros

Wortwolke

Wortwolke zu Daniel Rose und Anna Löbbe

Stilmittel

Anspielung
Mein, gebt sie jhr doch hin, geht aber was beyseit
Bildsprache
Gebraucht euch ihrer wol, vnd hüttet euch: sie stechen
Hyperbel
Ist Rosen-lüstern mehr als sie zu seyn hat pflegen
Ironie
Wie kläglich thut sie bloß der lieben Rosen wegen?
Metapher
Die Braut spricht aber, jetzt sey jhre Rosen-Zeit
Personifikation
Der Herbst gibt schon sich an durch kurtzen Tag vnd Regen
Symbolik
Die Ros′ ist hier nicht zu, sie sol in ewren Krantz
Warnsymbolik
Wisst aber gleichwol, daß bey Rosen Dornen seyn