Dämmerung
1874Hell weckt Dunkel Dunkel wehrt Schein Der Raum zersprengt die Räume Fetzen ertrinken in Einsamkeit! Die Seele tanzt Und Schwingt und schwingt Und Bebt im Raum Du! Meine Glieder suchen sich Meine Glieder kosen sich Meine Glieder Schwingen sinken sinken ertrinken In Unermeßlichkeit Du!
Hell wehrt Dunkel Dunkel frißt Schein! Der Raum ertrinkt in Einsamkeit Die Seele Strudelt Sträubet Halt! Meine Glieder Wirbeln In Unermeßlichkeit Du!
Hell ist Schein! Einsamkeit schlürft! Unermeßlichkeit strömt Zerreißt Mich In Du! Du!
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Interpretation
Das Gedicht "Dämmerung" von August Stramm beschreibt den Übergang von Tag zu Nacht, wobei die Dunkelheit die Herrschaft übernimmt. Der Kampf zwischen Hell und Dunkel wird als eine Auseinandersetzung dargestellt, in der die Dunkelheit den Schein zurückweist und schließlich verschlingt. Die Seele tanzt und schwingt in diesem Übergang, während die Glieder nach Einheit suchen und sich in der Unermeßlichkeit verlieren. In der zweiten Strophe wird die Übermacht der Dunkelheit betont, die den Schein verschlingt und den Raum in Einsamkeit ertrinken lässt. Die Seele strudelt und sträubt sich gegen diesen Prozess, doch schließlich wird sie in die Unermeßlichkeit gerissen. Die Glieder wirbeln in dieser Unendlichkeit und verlieren sich in ihr. Die letzte Strophe fasst die Themen des Gedichts zusammen. Das Licht wird zum Schein, die Einsamkeit schlürft alles auf und die Unermeßlichkeit strömt unaufhaltsam. Der Sprecher wird in dieser Strömung zerrissen und in die Unendlichkeit geschleudert. Das Gedicht endet mit dem Ausruf "Du!", der die Übermacht der Dunkelheit und der Unermeßlichkeit betont.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Apostrophe
- Du!
- Ausruf
- Halt!
- Hyperbel
- Meine Glieder kosen sich
- Oxymoron
- Die Seele Strudelt
- Wiederholung
- Und Schwingt und schwingt