Da hab' ich gar die Rose
1883Da hab’ ich gar die Rose aufgegessen, Die sie mir in die starre Hand gegeben! Dass ich noch einmal würde Rosen essen, Hätt nimmer ich geglaubt in meinem Leben!
Ich möcht’ nur wissen, ob es eine rote, Ob eine weiße Rose das gewesen? Gib täglich uns, o Herr! von deinem Brote, Und wenn du willst, erlös’ uns von dem Bösen!
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Da hab' ich gar die Rose" von Gottfried Keller thematisiert die Auseinandersetzung mit dem Tod und der Vergänglichkeit des Lebens. Der Sprecher hat eine Rose gegessen, die ihm in die "starre Hand" gelegt wurde, was auf einen Todesfall oder eine Trauerzeremonie hindeutet. Die Rose symbolisiert dabei die Schönheit und Zerbrechlichkeit des Lebens, das nun zu Ende gegangen ist. Der zweite Teil des Gedichts reflektiert über die Ungewissheit und die Fragen, die der Tod aufwirft. Der Sprecher fragt sich, ob die Rose rot oder weiß war, was auf die Ambivalenz und die Unklarheit der Situation hinweisen könnte. Die Farben Rot und Weiß stehen oft für Leben und Tod, Leidenschaft und Reinheit, und die Ungewissheit über die Farbe der Rose könnte die Unklarheit über das Wesen des Todes symbolisieren. Im letzten Teil des Gedichts wendet sich der Sprecher an Gott und bittet um tägliches Brot und Erlösung vom Bösen. Dies könnte als ein Aufruf zur Akzeptanz des Todes und zur Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod interpretiert werden. Die Bitte um tägliches Brot könnte auch als ein Symbol für die Akzeptanz der einfachen, alltäglichen Aspekte des Lebens gesehen werden, die nach dem Tod weiterbestehen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Allusion
- und wenn du willst, erlös' uns von dem Bösen
- Hyperbel
- Dass ich noch einmal würde Rosen essen, Hätt nimmer ich geglaubt in meinem Leben!
- Metapher
- Da hab' ich gar die Rose aufgegessen
- Rhetorische Frage
- Ich möcht' nur wissen, ob es eine rote, Ob eine weiße Rose das gewesen?