D Zeit

Michel Buck

1832

Dia Zeituhr goht so still und gstät, Du hairscht koi’ Rädle goura, Doch aih du dra’ denkscht, hot se s dreht, Du merkscht as mit Bidoura, Daß s Jährle frei verlaura’n ischt Und du deim End vill näher bischt.

Zwor wenn a’n Aunglück uff der reitt, Muascht freile Lankweil kriaga; Doch hoscht halbweags a guati Zeit, Noch saischt, ma’ seah sie fliaga, Und jomarascht, daß so a Ma’, Wia du, dia Zeit it binda ka'.

Du eilscht und schaffscht, und wenns der will, Wead ghousat, vill verworba, Uff oi’ mol stoht do s Rädle still Und s hoißt: “der Ding ischt gstorba”, Dei’ Housa, Bruadar, hot a’n End, Dei’ Zuig, des kommt in andre Händ.

Ma’ lobt und schilt a Weile noh - S wead gmoingli redli gmeassa -, Noch kommt no diar der So und So, Und du - bischt rei’ vergeassa. A Fremder lait dein Kittel a’, Schreibt uff dei’ Tür sein Nama na'.

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Illustration zu D Zeit

Interpretation

Das Gedicht "D Zeit" von Michel Buck beschreibt die unaufhaltsame und oft unbemerkte Vergehen der Zeit. Es beginnt mit der Metapher einer stillen Uhr, deren Zeiger man nicht hören kann, aber die sich unaufhörlich dreht. Der Sprecher bemerkt, dass die Jahre unbemerkt vergehen und man sich dem Ende seines Lebens näher fühlt. Im zweiten Teil des Gedichts wird die Zeit als etwas beschrieben, das sich schnell bewegt, besonders wenn man eine gute Zeit hat oder sich beschäftigt. Es wird darauf hingewiesen, dass niemand die Zeit an sich binden kann. Der Sprecher eilt und arbeitet, aber am Ende steht das Stillstehen der Uhr und der Tod. Der letzte Teil des Gedichts befasst sich mit dem Vermächtnis, das man hinterlässt. Es wird erwähnt, dass man nach seinem Tod noch eine Weile gelobt oder kritisiert wird, aber schließlich von anderen vergessen wird. Ein Fremder trägt die Kleidung des Verstorbenen und schreibt seinen Namen an die Tür, was den endgültigen Verlust der Identität symbolisiert.

Schlüsselwörter

uff dei dia still rädle hot ischt end

Wortwolke

Wortwolke zu D Zeit

Stilmittel

Alliteration
Ma' lobt und schilt a Weile noh
Bildsprache
Du eilscht und schaffscht, und wenns der will
Enjambement
S wead gmoingli redli gmeassa -, / Noch kommt no diar der So und So
Hyperbel
Dei' Housa, Bruadar, hot a'n End
Metapher
Dia Zeituhr goht so still und gstät
Personifikation
Doch aih du dra' denkscht, hot se s dreht
Symbolik
Dei' Zuig, des kommt in andre Händ