D Sonn- und Mau'fanger
1888Däaffat mi koin Lugnar schealta, Wenn i sag, as hä der Bussa Mol a Jungs voar alti Zealta Gworfa hinter Altha dussa.
Saget it: “Was luigt dear Silli?” Want er s Rätsle inna weara? Seahnt, der Aischterbearg isch ’s Fülli Und der Bussa d Füllamäahra.
Und deam Fülli hot ui d Sonna, Wenn se drübert num ischt ganga, Äll Täg s Hor vom Buckel bronna, Denn dött danna wills nia ranga.
Und so haunt dia obri Gwalta In der guata Gmoi’d von Altha Zletschta Rot im Rothous ghalta, Wia ma’ d Sach könnt andrischt gstalta
Und am Bearg der Dürre wehra, Seit do älli Früchta dorret Und seall d Weackaldurabeera An die Boscha zema gschmorret.
Sitzet um da Tisch dia Richter Z halba sechse schau’ am Morga, Uff die Stirna, uff die Gsichter Vola Runzla von de Sorga.
Sait der Schultas: “Mit Exküse, Sonn und Mau’, dia muaß ma’ fanga!” “Ei’verstanda!” schreit der Nyse, “I gi s Gara hear und d Stanga!”
Sait dr Schultas: “Zaischta d Sonna, Dui hot mit em Fülle d Lusi; Haunt mer dui, ischt ällas gwonna, Denn der Mau’ lauft no, dear Fusi.
Und mer want glei boidi sperra Uff da Turn ins Uhrahäusle. Und miar sieba Weatterherra, Miar regiaret d Wealt noch weisle!”
Und se tant voar Freud jetz lacha - Wear wött do au s Lacha spara, Wemma’ s Weatter seall ka’ macha Und äll Johr en Schnitt, en rara?
Woidle stauhnt an diesem Morga Sonnajäger ganze Schara Lang voar Tag im Busch verborga Uffam Bearg mit iahram Gara.
Wo-n-as tagat, weads en bänger Und a menger hätt gean ghoufet; Aber s dräut en s Schulza Finger, Und so trout se koiner z schnoufet.
Mojaschtetisch steigt ui d Sonna Hintram Bearg rouf gega s Gara, Und der Schultas schreit: “S ischt gwonna, Hebet fescht und launt it fahra!”
Doch do will koi’ Heba batta, S Schulza’namt fangt ana’ kratza Und a’ fluacha: “Kriasakratta, Kroutsalot und Leabarspatza!
Jetz, was ischt denn do gauh’ gwicha” “O der Bearg,” sait Büttelhansi. “So? Noch muaß man pfähla, picha, Moara gohts glei wieder an sie.”
Um da Bearg rum schlet ma’ Pföschta, Soilats a’ und tuats pitschiara Und zua älli deani Koschta Au noh d Frucht verunganiara.
Endli wead as wieder Dämmer Und der Schultas reit sein Schimmel, Daß as desmol gang it schlimmer, Visatiart er Erd und Himmel.
Und so steckt ma’ wieder Stanga Uff da Bearg und hängt noch s Gara An dia Stanga, so muaß langa, D Sonna nei’ ins Gara fahra.
Hui! do scheut der Schimmel d Gluata Von der Sonn, springt na dur d Hecka, Dunta siehscht da Schultas bluata Und sein Schimmel gar verrecka!
Und der Büttel, dear ischt bissa, Und der Bau’wat hinta bacha, S Gara souber zema grissa - Soll ma’ heina, soll ma’ lacha?
“Haunt er mi im Häusli dinna?” Hot jetz d Sonna spöttisch glachat Und derno noh mit ra Zenna Übram Bearg en Hopser gmachat.
Und wo no der Mau’ ischt komma, Tuat er au so Äugla macha. Guckt er füri hinter Pflumma, Siehscht a heu’t noh drübert lacha.
Wean do s Buckelbeißa plogat, Deam woiß i a Kur z verschreibat: Braucht nu z Altha eabbar z frogat, Wia s denn Sonn und Mau’ dött treibat?
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Interpretation
Das Gedicht "D Sonn- und Mau'fanger" von Michel Buck erzählt eine humorvolle und zugleich kritische Geschichte über den Versuch, Sonne und Mond einzufangen. Es beginnt mit der Einführung einer Figur, die als "Füllamäahra" bezeichnet wird und hinter dem "Altha dussa" lebt. Diese Figur wird als jemand dargestellt, der die Sonne beobachtet und deren Wärme für sich nutzt. Die Handlung entwickelt sich weiter, als der "Schultas" (Schulze) den Plan fasst, Sonne und Mond einzufangen, um die Kontrolle über das Wetter zu erlangen. Er mobilisiert die Dorfbewohner, einschließlich des "Büttel" und des "Bau'wat", um dieses Vorhaben umzusetzen. Die Dorfbewohner sind skeptisch, folgen aber den Anweisungen des Schultas. Die Geschichte endet in einem Desaster. Trotz aller Bemühungen gelingt es nicht, Sonne und Mond einzufangen. Stattdessen kommt es zu einem Unfall, bei dem der Schultas und sein Pferd verletzt werden. Die Sonne und der Mond, personifiziert als spöttische Figuren, lachen über die vergeblichen Versuche der Menschen. Das Gedicht endet mit einer Frage, die darauf hindeutet, dass die Dorfbewohner von Altha die Antwort auf das Rätsel um das Verhalten von Sonne und Mond kennen könnten. Insgesamt ist das Gedicht eine satirische Darstellung menschlicher Bemühungen, die Natur zu kontrollieren, und zeigt die Grenzen menschlicher Macht auf. Es kritisiert auch die Autoritätspersonen, die oft unrealistische Pläne verfolgen, ohne die Konsequenzen zu bedenken.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Sonn und Mau', dia muaß ma' fanga!
- Anspielung
- Braucht nu z Altha eabbar z frogat, Wia s denn Sonn und Mau' dött treibat?
- Metapher
- der Aischterbearg isch 's Fülli
- Personifikation
- Und wo no der Mau' ischt komma, Tuat er au so Äugla macha.
- Reim
- Und am Bearg der Dürre wehra, Seit do älli Früchta dorret
- Wiederholung
- Und so steckt ma' wieder Stanga Uff da Bearg und hängt noch s Gara
- Übertreibung
- Denn der Mau' lauft no, dear Fusi.