Confiteor

Georg Trakl

1909

Die bunten Bilder, die das Leben malt Seh′ ich umdüstert nur von Dämmerungen, Wie kraus verzerrte Schatten, trüb und kalt, Die kaum geboren schon der Tod bezwungen.

Und da von jedem Ding die Maske fiel, Seh′ ich nur Angst, Verzweiflung, Schmach und Seuchen, Der Menschheit heldenloses Trauerspiel, Ein schlechtes Stück, gespielt auf Gräbern, Leichen.

Mich ekelt dieses wüste Traumgesicht. Doch will ein Machtgebot, daß ich verweile, Ein Komödiant, der seine Rolle spricht, Gezwungen, voll Verzweiflung - Langeweile!

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Illustration zu Confiteor

Interpretation

Das Gedicht "Confiteor" von Georg Trakl ist ein tiefgründiges und melancholisches Werk, das die Sinnlosigkeit und das Elend des menschlichen Daseins zum Ausdruck bringt. Trakl verwendet dabei eine Vielzahl von Bildern und Metaphern, um die Tristesse und die Verzweiflung, die er in der Welt wahrnimmt, zu vermitteln. Das Gedicht beginnt mit einer Beschreibung der bunten Bilder des Lebens, die jedoch von Dämmerungen umgeben sind. Diese Bilder werden als kraus verzerrte Schatten beschrieben, die bereits bei ihrer Geburt vom Tod besiegt werden. Trakl deutet damit an, dass das Leben vergänglich und voller Dunkelheit ist, und dass der Tod bereits in den Anfängen des Lebens lauert. Im zweiten Teil des Gedichts geht Trakl noch weiter in seiner Kritik an der Menschheit. Er beschreibt, wie die Masken von allem fallen und nur noch Angst, Verzweiflung, Schmach und Seuchen übrig bleiben. Die Menschheit erscheint ihm als heldenloses Trauerspiel, ein schlechtes Stück, das auf Gräbern und Leichen aufgeführt wird. Trakl verdeutlicht damit die Tragik des menschlichen Daseins und die Tatsache, dass die Menschheit oft von negativen Emotionen und Ereignissen geprägt ist. Im letzten Teil des Gedichts drückt Trakl seine Abscheu gegenüber diesem "wüsten Traumgesicht" aus. Dennoch fühlt er sich durch eine Art Machtgebot dazu gezwungen, in dieser Welt zu verweilen. Er vergleicht sich selbst mit einem Komödianten, der seine Rolle spricht, obwohl er voller Verzweiflung und Langeweile ist. Trakl verdeutlicht damit die Zwangslage des Menschen, der in einer Welt voller Leid und Sinnlosigkeit gefangen ist, aber dennoch weitermachen muss.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Metapher
Ein Komödiant, der seine Rolle spricht
Personifikation
Mich ekelt dieses wüste Traumgesicht