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Colossen des Phidias und Praxiteles

Von

Quirinalischer Stolz, Colossen des Monte Cavallo,
Wie ihr mir täglich ersteigt, seid mir im Liede gegrüßt!
Ewiger Jugend Bilder, der Kraft erhabne Gestalten,
Blieb euch die Jugend, und blieb′s mitten im alterndem Rom.
Ja, ich glaub′s, eure Väter sind nicht die griechischen Bildner,
Sterbliche nicht, doch der Gott hat euch, der Donnrer, gezeugt.

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Gedicht: Colossen des Phidias und Praxiteles von Wilhelm Friedrich Waiblinger

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Colossen des Phidias und Praxiteles“ von Wilhelm Friedrich Waiblinger ist eine Hymne auf die antike Kunst, genauer gesagt auf die beeindruckenden Skulpturen am Quirinal, dem Monte Cavallo in Rom. Der Dichter spricht die Kolossalstatuen direkt an und würdigt ihre erhabene Schönheit und die damit verbundene ewige Jugend, die sie trotz der Jahrhunderte in Rom bewahrt haben. Die ersten beiden Verse etablieren die Szene und die Ansprache, während die folgenden Verse die Bewunderung des Sprechers für die Kunstwerke vertiefen.

Die Verwendung von Begriffen wie „ewiger Jugend Bilder“ und „Kraft erhabne Gestalten“ unterstreicht die Bewunderung des Dichters für die idealisierte Schönheit und die körperliche Stärke, die in den Skulpturen zum Ausdruck kommt. Die Frage, ob die Bildner der Statuen sterbliche Wesen waren, deutet auf eine fast übernatürliche Qualität der Kunstwerke hin. Waiblinger scheint die Schöpfer der Kunstwerke mit Göttern gleichzusetzen, indem er sie als „der Gott, der Donnrer“ bezeichnet. Dieser Vergleich verstärkt die Ehrfurcht und das Staunen des Dichters vor der Perfektion und dem bleibenden Einfluss der Kunst.

Die Wahl des Ortes, des Quirinal, ist ebenfalls von Bedeutung. Rom, die ewige Stadt, wird durch die Anwesenheit der antiken Kunstwerke zu einem Ort der Verschmelzung von Vergangenheit und Gegenwart. Die Skulpturen, die aus der griechischen Antike stammen und in Rom ausgestellt sind, zeugen von der Kontinuität künstlerischer Ideen und der dauerhaften Wertschätzung für Schönheit und Ästhetik. Die Präsenz der Kolosse auf dem Monte Cavallo wird als ein täglicher Anblick beschrieben, was ihre ständige Präsenz und ihre Wirkung auf den Dichter unterstreicht.

Waiblingers Gedicht ist somit eine Hommage an die antike Kunst und ihre Fähigkeit, Schönheit und Kraft zu verkörpern und die Grenzen von Raum und Zeit zu überwinden. Es feiert die Meisterwerke als Zeugnisse menschlicher Genialität und göttlicher Inspiration, die bis heute bewundert und verehrt werden. Die klaren Bilder und die eindringliche Sprache des Gedichts erzeugen eine Atmosphäre der Ehrfurcht und Bewunderung, die den Leser dazu einlädt, die Kunstwerke mit den Augen des Dichters zu betrachten.

Weitere Informationen

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Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.