Colossen des Phidias und Praxiteles

Wilhelm Friedrich Waiblinger

1804

Quirinalischer Stolz, Colossen des Monte Cavallo, Wie ihr mir täglich ersteigt, seid mir im Liede gegrüßt! Ewiger Jugend Bilder, der Kraft erhabne Gestalten, Blieb euch die Jugend, und blieb′s mitten im alterndem Rom. Ja, ich glaub′s, eure Väter sind nicht die griechischen Bildner, Sterbliche nicht, doch der Gott hat euch, der Donnrer, gezeugt.

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Interpretation

Das Gedicht "Colossen des Phidias und Praxiteles" von Wilhelm Friedrich Waiblinger beginnt mit einer Anrede an die kolossalen Statuen auf dem Monte Cavallo, die als "Quirinalischer Stolz" bezeichnet werden. Der Sprecher begrüßt sie in einem Lied und würdigt ihre ewige Jugend und erhabene Kraft. Diese Statuen stehen im Kontrast zum alternden Rom, was ihre zeitlose Schönheit und Stärke unterstreicht. Im zweiten Teil des Gedichts betont der Sprecher den göttlichen Ursprung der Statuen. Er lehnt die Vorstellung ab, dass ihre Schöpfer die sterblichen griechischen Bildhauer Phidias und Praxiteles waren. Stattdessen deutet er an, dass die Statuen vom Gott des Donners gezeugt wurden, was ihre göttliche und unvergängliche Natur hervorhebt. Diese Überhöhung der Statuen zu göttlichen Wesen unterstreicht ihre Bedeutung und Unsterblichkeit. Das Gedicht reflektiert somit die Bewunderung für die antiken Kunstwerke und ihre Fähigkeit, die Zeit zu überdauern. Es vermittelt eine tiefe Ehrfurcht vor der Schönheit und Kraft der Statuen, die als Symbole ewiger Jugend und Stärke inmitten des verfallenden Roms stehen. Die göttliche Zuschreibung verleiht den Statuen eine transzendente Qualität, die sie über das menschliche Schaffen hinaushebt.

Schlüsselwörter

jugend blieb quirinalischer stolz colossen monte cavallo täglich

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Stilmittel

Anapher
Quirinalischer Stolz, Colossen des Monte Cavallo
Apostrophe
Quirinalischer Stolz, Colossen des Monte Cavallo, Wie ihr mir täglich ersteigt, seid mir im Liede gegrüßt!
Hyperbel
mitten im alterndem Rom
Metapher
Ewiger Jugend Bilder
Personifikation
der Kraft erhabne Gestalten