Colli

Wilhelm Friedrich Waiblinger

1893

Wohin steig′ ich, Italien noch, nicht Helvetiens Wildniß Wär′s, wo in Wolken und Schnee stöhnend der Wanderer irrt? Aber noch sind wir im Süden! Es feindet uns zwar die Natur an, Aber dies südliche Volk nimmt′s mit den Deutschen nicht auf.

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Interpretation

Das Gedicht "Colli" von Wilhelm Friedrich Waiblinger beschreibt eine Reise, die zunächst als möglicherweise durch die Wildnis der Schweiz führend wahrgenommen wird, sich aber als Aufenthalt im Süden Italiens entpuppt. Der Sprecher reflektiert über die Herausforderungen der Natur, die zwar feindselig erscheint, aber im Kontrast zu den Schwierigkeiten in der Schweiz steht. Die Erleichterung, im Süden zu sein, wird durch die freundliche Haltung der Einheimischen gegenüber den Deutschen unterstrichen. Die Stimmung des Gedichts ist von einer Mischung aus Erleichterung und Bewunderung für die italienische Landschaft und ihre Bewohner geprägt. Waiblinger nutzt die Natur als Metapher für die Hindernisse, die auf der Reise überwunden wurden, und die kulturelle Offenheit als Zeichen für die Gastfreundschaft und die angenehme Atmosphäre im Süden. Die Erfahrung des Wanderers wird somit als positive Abkehr von der Härte des Nordens interpretiert. Das Gedicht reflektiert auch die romantische Sehnsucht nach dem Süden, der als Ort der Leichtigkeit und der kulturellen Bereicherung gilt. Waiblinger vermittelt ein Gefühl der Zugehörigkeit und des Willkommens, das den Wanderer im Süden empfindet, im Gegensatz zur Kälte und Unzugänglichkeit, die er mit dem Norden verbindet.

Schlüsselwörter

wohin steig italien helvetiens wildniß wär wolken schnee

Wortwolke

Wortwolke zu Colli

Stilmittel

Frage
Wohin steig′ ich, Italien noch, nicht Helvetiens Wildniß Wär′s, wo in Wolken und Schnee stöhnend der Wanderer irrt?
Gegenüberstellung
Es feindet uns zwar die Natur an, Aber dies südliche Volk nimmt′s mit den Deutschen nicht auf.