Logo der Website, Schriftzug "Poesie Oase" mit Palmen umrandet.
, ,

Colli

Von

Wohin steig′ ich, Italien noch, nicht Helvetiens Wildniß
Wär′s, wo in Wolken und Schnee stöhnend der Wanderer irrt?
Aber noch sind wir im Süden! Es feindet uns zwar die Natur an,
Aber dies südliche Volk nimmt′s mit den Deutschen nicht auf.

Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Gedicht: Colli von Wilhelm Friedrich Waiblinger

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Colli“ von Wilhelm Friedrich Waiblinger präsentiert eine Momentaufnahme der Erfahrung des lyrischen Ichs während einer Reise. Es beginnt mit einer direkten Frage, die die Orientierung des Reisenden in Frage stellt. Der Ausdruck „Wohin steig‘ ich?“ deutet auf eine Unsicherheit in Bezug auf den Ort hin, an dem sich das lyrische Ich gerade befindet. Der Verweis auf Italien und die Abwesenheit der „Wildniß“ Helvetiens (der Schweiz) legt nahe, dass der Reisende sich in einer Übergangsphase oder an einem Ort befindet, der sich von der Vertrautheit der Heimat unterscheidet.

Der zweite Teil des Gedichts entwickelt einen Gegensatz zwischen der Natur und dem Volk. Die Natur wird als feindlich dargestellt, während das Volk des Südens positiv hervorgehoben wird. Der Satz „Es feindet uns zwar die Natur an“ deutet auf die Herausforderungen hin, die die Umgebung für den Reisenden bereithält, vielleicht in Form von klimatischen Bedingungen oder einer fremden Landschaft. Gleichzeitig wird die positive Einstellung des Volkes betont, was einen Kontrast zu den Schwierigkeiten der Natur bildet.

Die abschließende Zeile „Aber dies südliche Volk nimmt’s mit den Deutschen nicht auf“ wirft weitere Fragen auf. Sie suggeriert eine Distanz zwischen dem lyrischen Ich und dem südlichen Volk, möglicherweise aufgrund kultureller Unterschiede oder Sprachbarrieren. Die Formulierung „nimmt’s mit den Deutschen nicht auf“ könnte bedeuten, dass das südliche Volk sich von den deutschen Traditionen und Gepflogenheiten unterscheidet oder diese ablehnt.

Insgesamt vermittelt das Gedicht ein Gefühl der Isolation und Unsicherheit, das durch die Erfahrung des Reisens in einer fremden Umgebung entsteht. Waiblinger thematisiert hier die Auseinandersetzung mit der Natur und die Begegnung mit einer fremden Kultur, wobei das lyrische Ich zwischen den Herausforderungen der Umgebung und den Unterschieden zum eigenen kulturellen Hintergrund steht. Das Gedicht ist eine kurze, aber prägnante Reflexion über die Herausforderungen und Möglichkeiten, die das Reisen in sich birgt.

Weitere Informationen

Hier finden sich noch weitere Informationen zu diesem Gedicht und der Seite.

Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.