Cloris, deine rohte Wangen...
1638Cloris / deine rohte Wangen / deiner Augen helles Licht / und dein Purpurangesicht hält mich nuhn nicht mehr gefangen. Ich kan nicht mehr an dir hangen / weil du dich erbarmest nicht / ob mir schon mein Hertze bricht; deiner schnöden Hoffart Prangen / und dein hönisches Gemüht krencket mir mein jung Geblüht / daß ich dich wil gerne meiden / wan mich meine Galate / die mir macht dis süße Weh / wil in ihren Diensten leiden.
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Interpretation
Das Gedicht "Cloris, deine rohte Wangen..." von Sibylla Schwarz ist ein lyrisches Werk, das sich mit unerwiderter Liebe und emotionalem Leid auseinandersetzt. Der Sprecher des Gedichts beschreibt, wie er einst von der Schönheit und Anziehungskraft der Cloris gefesselt war, sich aber nun von ihr abgewandt hat. Die anfängliche Bewunderung für ihre roten Wangen, ihr helles Augenlicht und ihr purpurrotes Gesicht ist verflogen. Die Cloris hat dem Sprecher nicht das ersehnte Mitleid entgegengebracht, und sein Herz ist gebrochen. Der Sprecher kritisiert die Arroganz und das hämische Gemüt der Cloris, die sein junges Herz verletzt haben. Er kann sich nicht mehr an ihr aufhängen, da sie ihm nicht die erhoffte Zuneigung gezeigt hat. Die Cloris hat sein Herz gebrochen, und er fühlt sich von ihr abgestoßen. Der Sprecher beabsichtigt nun, sich von ihr fernzuhalten und sich einer anderen Person, Galate, zuzuwenden, die ihm süßes Leid bereitet und die ihn in ihren Diensten leiden lassen will. Insgesamt drückt das Gedicht die Enttäuschung und den Schmerz des Sprechers über die unerfüllte Liebe zur Cloris aus. Es zeigt den Übergang von der anfänglichen Bewunderung zur Ablehnung und den Wunsch nach einer neuen Liebe, die zwar ebenfalls schmerzhaft sein mag, aber zumindest erwidert wird.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- deiner schnöden Hoffart Prangen
- Bildsprache
- deiner schnöden Hoffart Prangen / und dein hönisches Gemüht / krencket mir mein jung Geblüht
- Enjambement
- Cloris / deine rohte Wangen / deinen Augen helles Licht / und dein Purpurangesicht / hält mich nuhn nicht mehr gefangen. / Ich kan nicht mehr an dir hangen / weil du dich erbarmest nicht / ob mir schon mein Hertze bricht;
- Hyperbel
- ob mir schon mein Hertze bricht
- Kontrast
- Cloris / deine rohte Wangen / deinen Augen helles Licht / und dein Purpurangesicht / hält mich nuhn nicht mehr gefangen
- Metapher
- Cloris / deine rohte Wangen / deinen Augen helles Licht / und dein Purpurangesicht
- Personifikation
- daß ich dich wil gerne meiden