Classisches in Tibur
1804Jagst du dem Classischen nach, und ist′s dem Barbaren Entzücken, Nun so sieh, wie mich hier Vorwelt und Mitwelt erfreut! Ueber der Grotte Neptuns wird gezecht, im purpurnen Becher Spiegelt sich Tempel und Berg, Hain und die Villa Lukulls.
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Interpretation
Das Gedicht "Classisches in Tibur" von Wilhelm Friedrich Waiblinger beschreibt die Faszination des Autors für die klassische Welt und die Schönheit der Landschaft um Tibur, das heutige Tivoli in der Nähe Roms. Der erste Vers stellt die Frage, ob der Leser dem Klassischen nachjagt und ob es dem Barbaren Entzücken bereitet. Dies deutet auf eine mögliche Kluft zwischen den gebildeten, klassisch interessierten Menschen und den als barbarisch empfundenen Massen hin. Im zweiten Vers antwortet der Autor auf diese Frage und erklärt, wie ihn die Vorwelt (die antike Welt) und die Mitwelt (die Gegenwart) hier erfreuen. Die Verwendung des Wortes "erfreut" unterstreicht die positive emotionale Reaktion des Autors auf die klassische Umgebung. Der dritte Vers beschreibt eine Szene, in der über der Grotte Neptuns gezecht wird. Die Grotte Neptuns ist ein antiker Ort, der dem Gott des Meeres gewidmet ist. Das Trinken aus einem purpurnen Becher deutet auf einen festlichen und luxuriösen Anlass hin. Der purpurne Becher spiegelt Tempel, Berg, Hain und die Villa Lukulls wider. Dies schafft eine Verbindung zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit, da die antiken Gebäude und die natürliche Umgebung in dem Becher reflektiert werden. Die Villa Lukulls war ein berühmtes Anwesen eines römischen Senators, bekannt für seinen Luxus und seine Pracht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Jagst du dem Classischen nach
- Bildsprache
- Spiegelt sich Tempel und Berg, Hain und die Villa Lukulls
- Hyperbel
- Ueber der Grotte Neptuns wird gezecht
- Metapher
- Jagst du dem Classischen nach
- Personifikation
- Vorwelt und Mitwelt erfreut