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Cività la Vigna

Von

Ob Lavinia′s Enkel dem troischen Ahn zu vergleichen,
Schwerlich gäb′ es Virgil, wenn er sie kennte, dir zu;
Aber hat sich das teukrische Blut in Reben verwandelt,
Wahrlich, so stammen sie selbst von den Olympischen ab.

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Gedicht: Cività la Vigna von Wilhelm Friedrich Waiblinger

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Civitá la Vigna“ von Wilhelm Friedrich Waiblinger ist eine kurze, aber gehaltvolle Reflexion über die Schönheit und den Ursprung des Weines, verknüpft mit mythologischen und kulturellen Anspielungen. Der Dichter beginnt mit einer vergleichenden Frage, die sich auf Lavinia, die mythische Tochter des Königs Latinus und Gemahlin des Aeneas, bezieht, und deren Nachfahren, die Römer.

Die Frage, ob Lavinia’s Enkel (die Römer) mit ihrem trojanischen Ahn (Aeneas) zu vergleichen seien, legt bereits eine gewisse Skepsis nahe, um dann die Pointe zu setzen. Der zweite Vers zitiert Virgil und deutet an, dass selbst der große römische Dichter Mühe hätte, Lavinia zu beschreiben, falls er sie denn kennte. Damit wird eine gewisse Distanz zur direkten Verwandtschaft etabliert und auf die Unmöglichkeit hingewiesen, das Wesentliche in Worte zu fassen.

Der wahre Kern des Gedichts offenbart sich in der Metapher des Weines. Die „teukrische Blut“ – ein Hinweis auf das Blut der Trojaner, also der Vorfahren der Römer – hat sich in Reben verwandelt. Diese Verwandlung deutet auf eine subtile, aber fundamentale Veränderung hin, die durch die Kunst des Weinbaus ermöglicht wurde. Der Wein, als Ergebnis dieses Prozesses, wird dann mit den Göttern des Olymps in Verbindung gebracht.

Waiblinger transzendiert die rein irdische Existenz. Indem er den Wein mit den Olympischen Göttern vergleicht, erhebt er ihn zu etwas Göttlichem. Die Interpretation legt nahe, dass Schönheit und Inspiration, wie der Wein, aus einer Kombination von menschlicher Kunst und göttlicher Gnade entspringen. Die Reben als Nachfahren des trojanischen Blutes repräsentieren somit eine Verschmelzung von Geschichte, Kultur und Natur, aus der letztendlich etwas Vollkommenes, wie der Wein, hervorgeht.

Weitere Informationen

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Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.