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Christkind im Walde

Von

Christkind kam in den Winterwald,
der Schnee war weiß, der Schnee war kalt.
Doch als das heil′ge Kind erschien,
fing′s an, im Winterwald zu blühn.

Christkindlein trat zum Apfelbaum,
erweckt ihn aus dem Wintertraum.
„Schenk Äpfel süß, schenk Äpfel zart,
schenk Äpfel mir von aller Art!“

Der Apfelbaum, er rüttelt sich,
der Apfelbaum, er schüttelt sich.
Da regnet′s Äpfel ringsumher;
Christkindlein′s Taschen wurden schwer.

Die süßen Früchte alle nahm′s,
und so zu den Menschen kam′s.
Nun, holde Mäulchen, kommt, verzehrt,
was euch Christkindlein hat beschert!

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Gedicht: Christkind im Walde von Ernst von Wildenbruch

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Christkind im Walde“ von Ernst von Wildenbruch beschreibt eine idyllische Szene, in der das Christkind durch einen verschneiten Winterwald wandert und durch seine Anwesenheit eine Verwandlung der Natur bewirkt. Der Winterwald, der zunächst durch Schnee und Kälte charakterisiert wird, wird durch die Ankunft des Christkinds zum Blühen gebracht. Dieser Kontrast zwischen der kalten, leblosen Winterlandschaft und der plötzlichen Blütezeit deutet auf die wärmende, belebende und erlösende Wirkung des Christkindes hin.

Die Interaktion des Christkinds mit dem Apfelbaum ist zentral für die Symbolik des Gedichts. Das Kind bittet den Baum, Äpfel zu schenken, und der Baum gehorcht, indem er Früchte hervorbringt. Die Äpfel, die in diesem Kontext als „süß“ und „zart“ beschrieben werden, repräsentieren Gaben und die Freude, die das Christkind bringt. Die Tatsache, dass der Baum aus seinem Winterschlaf erwacht und Früchte trägt, symbolisiert die Hoffnung, die Erneuerung und die Fruchtbarkeit, die mit der Geburt Jesu und dem Weihnachtsfest verbunden sind.

Die letzte Strophe führt das Gedicht zu seiner Botschaft: Das Christkind nimmt die Äpfel und bringt sie zu den Menschen, um sie ihnen zu schenken. Die Aufforderung „Nun, holde Mäulchen, kommt, verzehrt, / was euch Christkindlein hat beschert!“ lädt die Leser ein, die Gaben des Christkinds anzunehmen und sich an der Freude und dem Geschenk des Lebens zu erfreuen. Das Gedicht feiert somit die Großzügigkeit des Christkinds und die freudige Hingabe der Menschen an die Gaben, die ihnen gewährt werden.

Insgesamt ist „Christkind im Walde“ ein einfaches, aber wirkungsvolles Gedicht, das die Kernbotschaft von Weihnachten – Hoffnung, Freude, Großzügigkeit und Erneuerung – auf eine zugängliche und poetische Weise vermittelt. Durch die Beschreibung der winterlichen Szenerie und die Begegnung des Christkinds mit der Natur wird die transformative Kraft des weihnachtlichen Geistes veranschaulicht. Die Verwendung einfacher Sprache und klarer Bilder macht das Gedicht für ein breites Publikum verständlich und ansprechend.

Weitere Informationen

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Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.