Christiane
1815Es stand ein Sternlein am Himmel, Ein Sternlein guter Art; Das tät so lieblich scheinen, So lieblich und so zart!
Ich wußte seine Stelle Am Himmel, wo es stand; Trat abends vor die Schwelle, Und suchte, bis ich’s fand;
Und blieb denn lange stehen, Hatt’ große Freud’ in mir: Das Sternlein anzusehen; Und dankte Gott dafür.
Das Sternlein ist verschwunden; Ich suche hin und her Wo ich es sonst gefunden, Und find es nun nicht mehr.
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Interpretation
Das Gedicht "Christiane" von Matthias Claudius ist ein ergreifendes Werk, das die Themen Liebe, Verlust und Sehnsucht behandelt. Das Gedicht beginnt mit der Beschreibung eines Sterns, der am Himmel steht und den Sprecher mit seiner Schönheit und Zartheit fasziniert. Der Stern symbolisiert hier eine geliebte Person, möglicherweise eine Frau namens Christiane. Der zweite Teil des Gedichts beschreibt die intensive Verbindung des Sprechers zu diesem Stern. Er kennt seine Position am Himmel und sucht ihn jeden Abend auf, um ihn anzusehen und Gott dafür zu danken. Dies zeigt die tiefe emotionale Bindung des Sprechers zu diesem Stern, die fast schon spiritueller Natur ist. Im letzten Teil des Gedichts ändert sich die Stimmung drastisch. Der Stern ist verschwunden und der Sprecher sucht ihn vergeblich. Dies symbolisiert den Verlust einer geliebten Person und die damit verbundene Sehnsucht und Trauer. Das Gedicht endet mit der Erkenntnis, dass der Stern, und damit die geliebte Person, nicht mehr gefunden werden kann. Dies verleiht dem Gedicht eine tiefe Melancholie und unterstreicht die Endgültigkeit des Verlustes.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Das tät so lieblich scheinen, So lieblich und so zart!
- Bildsprache
- Ich wußte seine Stelle Am Himmel, wo es stand; Trat abends vor die Schwelle, Und suchte, bis ich’s fand;
- Metapher
- Es stand ein Sternlein am Himmel, Ein Sternlein guter Art; Das tät so lieblich scheinen, So lieblich und so zart!
- Personifikation
- Es stand ein Sternlein am Himmel, Ein Sternlein guter Art; Das tät so lieblich scheinen, So lieblich und so zart!
- Symbolik
- Das Sternlein ist verschwunden; Ich suche hin und her Wo ich es sonst gefunden, Und find es nun nicht mehr.