Chorus der Menschheit

Herbert Eulenberg

1949

Allen großen Geistern ergeben, die gleich Gestirnen über uns stehn, wollen wir fürder schaffen und leben, selber wie Götter durchs Dasein gehn. Allen Menschen verbrüdert im Herzen dienen dem Sinn wir, der uns erfüllt, tragen der Bildung heilige Kerzen zu dem Ziel, das uns glücklich verhüllt. Frei ist die Menschheit, tot sind die Götter, unser ist dieses Leben und Land. Keine Sklaven, doch auch keine Spötter bleibt unser Blick zur Höhe gewandt. Wir können leben, wir können sterben ohne Gebet, ohne Fluch und Schrei, wir weichen gern den Enkeln und Erben, wenn der Traum unsrer Tage vorbei.

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Illustration zu Chorus der Menschheit

Interpretation

Das Gedicht "Chorus der Menschheit" von Herbert Eulenberg ist ein Aufruf zur Selbstbestimmung und zur Einheit der Menschheit. Es betont die Bedeutung großer Geister als Vorbilder und fordert dazu auf, mit ihrem Geist zu schaffen und zu leben. Die Menschheit wird als eine Gemeinschaft dargestellt, die sich dem höheren Sinn verschrieben hat und die Bildung als heilige Aufgabe betrachtet. Die Dichterin oder der Dichter vermittelt den Eindruck, dass die Menschheit frei und unabhängig ist, nicht mehr von Göttern abhängig, sondern selbstbestimmt und verantwortlich für ihr Leben und ihr Land. Das Gedicht setzt sich mit der Idee der Freiheit auseinander und betont, dass die Menschheit nicht mehr in Abhängigkeit von Göttern lebt. Es wird deutlich, dass die Menschen sich als Schöpfer ihrer eigenen Zukunft sehen und bereit sind, Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen. Die Zeile "Keine Sklaven, doch auch keine Spötter" zeigt, dass die Menschen weder unterwürfig noch verächtlich sind, sondern einen ausgewogenen und respektvollen Umgang miteinander pflegen. Der letzte Teil des Gedichts beschäftigt sich mit dem Thema Sterblichkeit und Nachfolge. Es wird ausgedrückt, dass die Menschen bereit sind, ihr Leben zu geben, ohne zu beten oder zu fluchen, und dass sie sich freudig den kommenden Generationen überlassen. Dies zeigt eine tiefe Verbundenheit mit der Menschheit als Ganzes und die Bereitschaft, für das Wohl der Zukunft zu opfern. Das Gedicht endet mit der Vorstellung, dass der Traum des Lebens eines Tages vorbei sein wird, was die Vergänglichkeit des Lebens und die Kontinuität der Menschheit symbolisiert.

Schlüsselwörter

leben allen götter keine können großen geistern ergeben

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Stilmittel

Hyperbel
selber wie Götter durchs Dasein gehn
Metapher
wenn der Traum unsrer Tage vorbei
Personifikation
Frei ist die Menschheit, tot sind die Götter