Chor der Nymphen

Frank Wedekind

1864

Seit Jahrtausenden Weilen wir hier An diesem Teiche. Immer das gleiche Schauen wir. Verlockende Worte Von Lust und Freuden Führten die Menschen Zu allen Zeiten Zu diesem Orte. Die römischen Frauen Wo sind sie geblieben? Wir sehn sie nicht mehr. Hier kamen sie her, Um in den lauen Fluten zu lieben.

Auch unsre Genossen Dem Himmel entsprossen, Die Oreaden In Busch und Bäumen Sie pflegten zu baden Hier und zu träumen. Die zottigen Faune, Mit denen wir liebten, Im Jagen uns übten In wilder Laune. Sie alle schwebten, Die einst hier lebten, Zum Himmel wieder, Aus diesen Triften Empor zu den Lüften, Zu ihrem Gebieter.

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Illustration zu Chor der Nymphen

Interpretation

Das Gedicht "Chor der Nymphen" von Frank Wedekind handelt von der ewigen Anwesenheit der Nymphen an einem Teich und ihrer Beobachtung der menschlichen Aktivitäten über Jahrtausende hinweg. Die Nymphen sind Zeugen der Zeit und der Vergänglichkeit menschlicher Existenz. Sie erinnern sich an die römischen Frauen, die einst an diesen Ort kamen, um in den lauen Fluten zu lieben, und fragen sich, wo sie geblieben sind. Die Nymphen beschreiben auch ihre Genossen, die Oreaden, die in Busch und Bäumen badeten und träumten. Sie erwähnen die zottigen Faune, mit denen sie einst liebten und im Jagen sich übten. Doch auch diese Geschöpfe sind nicht mehr da, sondern haben sich zum Himmel erhoben, zu ihrem Gebieter. Das Gedicht vermittelt eine melancholische Stimmung, da die Nymphen die Vergänglichkeit alles Irdischen erkennen und sich selbst als ewig Anwesende fühlen. Sie sind Zeugen der Zeit und der Vergänglichkeit, während die Menschen und ihre Begleiter kommen und gehen. Das Gedicht thematisiert die Vergänglichkeit des Lebens und die ewige Natur der Nymphen.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Verlockende Worte Von Lust und Freuden
Anapher
Seit Jahrtausenden Weilen wir hier An diesem Teiche.
Hyperbel
Seit Jahrtausenden Weilen wir hier An diesem Teiche.
Metapher
Zum Himmel wieder, Aus diesen Triften Empor zu den Lüften, Zu ihrem Gebieter.
Personifikation
Die römischen Frauen Wo sind sie geblieben? Wir sehn sie nicht mehr.