Charlotte
1887Charlotte, lotte, lotte, Heißt meine Wäscherin, Sie bringt mir selbst die Wäsche, Weil ich ihr Liebster bin.
Und hat sie nichts zu bringen, So kommt sie ohne was, Kein Tag geht ohne Lotte, Auf Lotte ist Verlaß.
Kommt ohne Hut und Schleier Und hat auch kein Korsett; Weil ich kein Sopha habe, So setzt sie sich aufs Bett.
Ihr ahnt nicht, wie viel Schönes Die kleine Lotte hat; Ich habs schon oft gesehen Und seh mich doch nicht satt.
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Interpretation
Das Gedicht "Charlotte" von Otto Julius Bierbaum ist eine humorvolle und leichtfüßige Ode an eine Wäscherin namens Lotte. Der Sprecher preist ihre Zuverlässigkeit und die besondere Beziehung, die er zu ihr hat, und deutet an, dass sie mehr als nur eine Dienstleisterin für ihn ist. Die Beschreibung von Lottes Erscheinung und Verhalten, wie zum Beispiel das Fehlen von Hut, Schleier und Korsett, verleiht dem Gedicht einen Hauch von Intimität und Ungezwungenheit. Die Tatsache, dass sie sich auf das Bett setzt, da kein Sofa vorhanden ist, verstärkt die Vorstellung einer engen und vertrauten Beziehung zwischen den beiden. Die letzten beiden Zeilen des Gedichts enthüllen die wahre Natur der Beziehung zwischen dem Sprecher und Lotte. Der Sprecher deutet an, dass er Lottes Schönheit bewundert und dass er sich nie sattsehen kann an ihr. Dies lässt darauf schließen, dass die Beziehung zwischen den beiden nicht nur auf praktischer Ebene besteht, sondern auch eine romantische oder sexuelle Komponente hat.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Weil ich kein Sopha habe, So setzt sie sich aufs Bett
- Anapher
- Charlotte, lotte, lotte
- Hyperbel
- Ich habs schon oft gesehen Und seh mich doch nicht satt
- Kontrast
- Kommt ohne Hut und Schleier Und hat auch kein Korsett
- Personifikation
- Weil ich ihr Liebster bin