Charakter eines würdigen Predigers

Friedrich von Hagedorn

1754

Es ist Theophilus ein Lehrer jeder Pflicht: So heilig wie sein Amt, so wahr als sein Gesicht: Dem Irrthum billig feind, ohn′ Irrende zu hassen: Voll Liebe, wie sein Gott, und, als sein Knecht, gelassen: Nur eifrig für das Wort: besorgt für aller Heil, Und keinem Eigennutz und keiner Meinung feil. Er sucht die Ehre nicht, noch Güter dieser Erde; Die Ehre suchet ihn, damit sie edler werde. Er unterscheidet sich so sehr vom Geist der Welt, Daß er, im Priesterrock, uns, und nicht sich, gefällt.

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Interpretation

Das Gedicht "Charakter eines würdigen Predigers" von Friedrich von Hagedorn beschreibt die idealen Eigenschaften eines Predigers namens Theophilus. Der Autor zeichnet ein Bild eines moralisch integren und aufrichtigen Menschen, der seine Pflicht als Lehrer mit Heiligkeit und Wahrhaftigkeit erfüllt. Theophilus wird als jemand dargestellt, der Fehler verabscheut, aber nicht die Menschen, die sie begehen, und der voller Liebe und Gelassenheit ist, wie sein Gott es von ihm erwartet. Sein Eifer gilt dem Wort Gottes und dem Wohl aller, ohne dabei eigennützige Absichten oder persönliche Meinungen zu verfolgen. In den folgenden Zeilen wird betont, dass Theophilus nicht nach Ehre oder materiellen Gütern strebt, sondern dass die Ehre ihn sucht, um durch seine Anwesenheit edler zu werden. Dies unterstreicht die Demut und Selbstlosigkeit des Predigers, der sich durch seinen Charakter und sein Handeln auszeichnet, anstatt nach weltlichem Ruhm oder Reichtum zu streben. Theophilus unterscheidet sich deutlich vom Geist der Welt, indem er sich nicht selbst in den Vordergrund stellt, sondern vielmehr darauf bedacht ist, anderen zu gefallen und ihnen zu dienen. Insgesamt vermittelt das Gedicht ein idealisiertes Bild eines Predigers, der seine Berufung mit Hingabe, Ehrlichkeit und Selbstlosigkeit ausübt. Theophilus wird als Vorbild für andere dargestellt, der durch sein Verhalten und seine Einstellung inspiriert und zum Nachdenken anregt. Das Gedicht ermutigt den Leser, sich an den Charakter und die Tugenden dieses würdigen Predigers zu orientieren und sich von weltlichen Einflüssen zu distanzieren, um ein erfüllteres und sinnvolleres Leben zu führen.

Schlüsselwörter

ehre theophilus lehrer jeder pflicht heilig amt wahr

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Stilmittel

Alliteration
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Anapher
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Gleichnis
Voll Liebe, wie sein Gott, und, als sein Knecht, gelassen
Hyperbel
Nicht im Text gefunden
Kontrast
Er unterscheidet sich so sehr vom Geist der Welt
Metapher
So heilig wie sein Amt, so wahr als sein Gesicht
Personifikation
Die Ehre suchet ihn, damit sie edler werde