Canzonen. Vorwort.
1790Oft und viel hab′ ich gesungen Zarter Liebe Huldigungen, Und es ward manch süßer Laut Kleinen Liedern anvertraut; Doch nun stimme mein Gesang Vollern Ton und hellern Klang, Wie aus innerstem Gemüthe Ich ihn auszusprühn mich sehne! Darum nennen möcht′ ich jene Lieder meines Wipfels Blüthe, Diese meines Stammes Mark! –
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Interpretation
Das Gedicht "Canzonen. Vorwort" von Joseph Christian von Zedlitz handelt von einem lyrischen Ich, das seine bisherigen Liebeslieder reflektiert und einen Wandel in seiner Dichtung ankündigt. Das lyrische Ich singt oft und viel über zarte Liebeshuldigungen und vertraut süße Klänge kleinen Liedern an. Nun möchte es jedoch seinen Gesang mit vollerem Ton und hellerem Klang erklingen lassen, wie es aus seinem innersten Gemüt heraus sehnt. Das lyrische Ich möchte seine bisherigen Lieder als Blüten seines Wipfels bezeichnen und die neuen Lieder als Mark seines Stammes. Damit drückt es aus, dass die neuen Lieder tiefer und bedeutungsvoller sind als die bisherigen. Die Metapher des Baumes verdeutlicht, dass die neuen Lieder aus dem Kern des lyrischen Ichs entspringen und eine höhere Reife und Tiefe aufweisen. Insgesamt vermittelt das Gedicht den Eindruck eines lyrischen Ichs, das sich weiterentwickelt und nach einer neuen Ausdrucksform strebt. Es möchte seine Gefühle und Gedanken auf eine tiefere und bedeutungsvollere Weise zum Ausdruck bringen und damit eine neue Stufe in seiner Dichtung erreichen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Oft und viel hab′ ich gesungen
- Kontrast
- Oft und viel hab′ ich gesungen Zarter Liebe Huldigungen, Und es ward manch süßer Laut Kleinen Liedern anvertraut; Doch nun stimme mein Gesang Vollern Ton und hellern Klang
- Metapher
- Lieder meines Wipfels Blüthe, Diese meines Stammes Mark
- Personifikation
- Kleinen Liedern anvertraut
- Wiederholung
- meines Wipfels Blüthe, Diese meines Stammes Mark