Canova (5)
1804Du bist reizend und üppig, ich leugn′ es dir nicht, und die Sinne Fühlen es, schwach ist das Fleisch, ist er auch willig der Geist. Aber ich sorge denn doch, es ist kein uranischer Nektar, Ist nichts Göttliches, was du auf der Schale mir beutst.
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Interpretation
Das Gedicht "Canova (5)" von Wilhelm Friedrich Waiblinger beschreibt einen inneren Konflikt zwischen sinnlicher Anziehung und geistiger Erhebung. Der Sprecher erkennt die sinnliche Schönheit und Fülle des Gegenübers an, betont jedoch gleichzeitig die Schwäche des Fleisches gegenüber dem Willen des Geistes. Diese Dualität verdeutlicht den Kampf zwischen körperlichen Begierden und dem Streben nach höheren, geistigen Werten. Die zweite Strophe verdeutlicht die Enttäuschung des Sprechers, der die angebotene Schönheit als nicht göttlich oder erhaben empfindet. Der Vergleich mit "uranischem Nektar" unterstreicht die Erwartung an etwas Transzendentes und Göttliches, das jedoch nicht erfüllt wird. Die Schale, die dem Sprecher gereicht wird, symbolisiert die sinnliche Anziehung, die als unzureichend und weltlich empfunden wird. Das Gedicht reflektiert somit die Spannung zwischen sinnlicher Erfahrung und geistiger Aspiration. Waiblinger nutzt die Metapher der Schale und des Nektars, um die Kluft zwischen dem Irdischen und dem Göttlichen zu verdeutlichen. Der Sprecher bleibt in seiner Skepsis und Enttäuschung gefangen, da die sinnliche Schönheit nicht die erhoffte geistige Erhebung bietet.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Ironie
- Ist nichts Göttliches, was du auf der Schale mir beutst.
- Kontrast
- Du bist reizend und üppig, ich leugn' es dir nicht, und die Sinne Fühlen es, schwach ist das Fleisch, ist er auch willig der Geist.
- Metapher
- es ist kein uranischer Nektar