Canova (4)
1893Traurige Zeit, es ist wahr, die griechische Kunst war dem Leben Nah′, und es borgte der Gott sich von dem Menschen die Form. Aber vorüber ist′s nun, Canova′s Götter, sie lernten Nur die Tanzkunst der Zeit, die Toilette nur ab.
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Interpretation
Das Gedicht "Canova (4)" von Wilhelm Friedrich Waiblinger reflektiert über den Niedergang der griechischen Kunst und deren gegenwärtigen Zustand. Waiblinger beginnt mit der Anerkennung der einstigen Größe der griechischen Kunst, die dem Leben nahe war und in der Götter menschliche Form annahmen. Diese Zeit wird als "traurige Zeit" beschrieben, was einen melancholischen Ton andeutet und auf den Verlust einer goldenen Ära hinweist. Im zweiten Teil des Gedichts kritisiert Waiblinger die zeitgenössische Kunst, insbesondere die Werke von Canova, einem berühmten Bildhauer seiner Zeit. Er deutet an, dass Canovas Götter nur noch die Tanzkunst und die Toilette beherrschen, was als Kritik an der Oberflächlichkeit und dem Mangel an Tiefe in der modernen Kunst interpretiert werden kann. Die Götter haben ihre ursprüngliche, lebensnahe Form verloren und sind zu bloßen Darstellungen zeitgenössischer Moden geworden. Abschließend lässt sich sagen, dass Waiblinger ein Gefühl der Enttäuschung und des Verlusts ausdrückt. Er bedauert den Übergang von einer Zeit, in der die Kunst tief mit dem Leben und der Menschlichkeit verbunden war, zu einer Zeit, in der sie oberflächlich und vom wahren Geist der Kunst entfremdet erscheint. Das Gedicht dient als Klage über den Verlust der Authentizität und Tiefe in der künstlerischen Darstellung.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Canova′s Götter, sie lernten Nur die Tanzkunst der Zeit, die Toilette nur ab
- Metapher
- die griechische Kunst war dem Leben Nah′
- Personifikation
- es borgte der Gott sich von dem Menschen die Form