Canova (2)
1804Doch wie der Griech′ am natürlichsten ist, so gesellet er weise Weiblichem Reize den Ernst männlicher Stärke zur Hand. So entsteht ein vollkommnes Geschlecht aus der herrlichen Paarung, Und die Schönheit erscheint so vom Verstande geführt.
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Interpretation
Das Gedicht "Canova (2)" von Wilhelm Friedrich Waiblinger thematisiert die harmonische Verbindung von männlichen und weiblichen Eigenschaften. Es beschreibt, wie der Grieche, als Inbegriff der Natürlichkeit, die Ernsthaftigkeit der männlichen Stärke mit dem Reiz des Weiblichen vereint. Diese Verbindung führt zu einer vollkommenen Geschlechtlichkeit, die aus der "herrlichen Paarung" entsteht. Die Schönheit wird hier als von der Vernunft geleitet dargestellt, was auf eine idealisierte Vorstellung von Ästhetik und Geschlechterrollen hindeutet. Waiblinger verwendet in diesem kurzen Gedicht eine klare und strukturierte Sprache, die die Idee einer perfekten Balance zwischen den Geschlechtern unterstreicht. Die Verwendung des Wortes "natürlichst" betont die Authentizität und Ungezwungenheit dieser Verbindung. Die Paarung wird als "herrliche" bezeichnet, was die Bewunderung für diese Einheit ausdrückt. Die Schönheit, die am Ende des Gedichts erwähnt wird, ist nicht nur äußerlich, sondern auch intellektuell, da sie vom "Verstande geführt" wird. Das Gedicht spiegelt die klassizistischen Ideale seiner Zeit wider, in denen die griechische Antike als Vorbild für Vollkommenheit und Harmonie galt. Waiblinger deutet an, dass wahre Schönheit und Vollkommenheit nur durch die Vereinigung von männlichen und weiblichen Qualitäten erreicht werden können. Dieses Konzept der Komplementarität zwischen den Geschlechtern ist ein zentrales Thema, das in der Kunst und Literatur des 19. Jahrhunderts häufig aufgegriffen wurde.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildlichkeit
- der Griech′ am natürlichsten ist
- Hyperbel
- ein vollkommnes Geschlecht
- Metapher
- Weiblichem Reize den Ernst männlicher Stärke zur Hand
- Parallelismus
- Weiblichem Reize den Ernst männlicher Stärke
- Personifikation
- Weiblichem Reize