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Canova (2)

Von

Doch wie der Griech′ am natürlichsten ist, so gesellet er weise
Weiblichem Reize den Ernst männlicher Stärke zur Hand.
So entsteht ein vollkommnes Geschlecht aus der herrlichen Paarung,
Und die Schönheit erscheint so vom Verstande geführt.

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Gedicht: Canova (2) von Wilhelm Friedrich Waiblinger

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Canova (2)“ von Wilhelm Friedrich Waiblinger feiert die Vereinigung von weiblicher Schönheit und männlicher Stärke sowie deren Verschmelzung zu einer vollkommenen Einheit, gelenkt von Verstand. Die ersten beiden Zeilen heben die „weise“ Verbindung hervor, die der griechische Künstler in seinen Werken, möglicherweise in Anlehnung an die Bildhauerkunst Canovas, realisiert. Waiblinger stellt die natürliche Darstellung des Griechischen als Ideal heraus, das die harmonische Verbindung von Gegensätzen widerspiegelt.

Der zweite Versabschnitt konkretisiert die Ideale dieser Vereinigung. Es wird eine „herrliche Paarung“ erwähnt, die zur Entstehung eines „vollkommenen Geschlechts“ führt. Dabei wird implizit die Verschmelzung von weiblichen und männlichen Eigenschaften angedeutet, die nicht nur physischer Natur ist, sondern auch die Integration von Stärke und Schönheit beinhaltet. Der Dichter sieht in dieser Kombination die Grundlage für eine höhere Form der Vollkommenheit.

Die letzte Zeile, „Und die Schönheit erscheint so vom Verstande geführt.“, fasst die Kernaussage des Gedichts zusammen. Waiblinger betont, dass die Schönheit, also die weibliche Reize, durch den Verstand, also die männliche Stärke und Weisheit, gelenkt wird. Diese Führung impliziert eine bewusste Gestaltung und Kontrolle, die die Harmonie und Vollkommenheit des Kunstwerks und, übertragen, des menschlichen Charakters, bewirkt. Der Verstand dient hier als Leitfaden, der die Schönheit zur Vollendung führt.

Das Gedicht kann als Lobgesang auf eine ausgewogene Lebensweise interpretiert werden, in der sowohl die sinnliche Schönheit als auch der intellektuelle Verstand eine Rolle spielen. Es spiegelt die Sehnsucht nach Harmonie und Vollkommenheit wider, die in der Vereinigung von scheinbar gegensätzlichen Polen ihren Ausdruck findet. Der Fokus auf die Führung der Schönheit durch den Verstand verweist zudem auf die Bedeutung von Vernunft und bewusster Gestaltung im Leben und in der Kunst.

Weitere Informationen

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Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.