Buddha

Rainer Maria Rilke

1875

Als ob er horchte. Stille: eine Ferne… Wir halten ein und hören sie nicht mehr. Und er ist Stern. Und andre große Sterne, die wir nicht sehen, stehen um ihn her.

O er ist alles. Wirklich, warten wir, daß er uns sähe? Sollte er bedürfen? Und wenn wir hier uns vor ihm niederwürfen, er bliebe tief und träge wie ein Tier.

Dann das, was uns zu seinen Füßen reißt, das kreist in ihm seit Millionen Jahren. Er, der vergißt, was wir erfahren, und der erfährt, was uns verweist.

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Illustration zu Buddha

Interpretation

Das Gedicht "Buddha" von Rainer Maria Rilke beschreibt die geheimnisvolle und allumfassende Präsenz des Buddha. Der Buddha wird als ein stiller Beobachter dargestellt, der in tiefer Meditation versunken ist. Die Umgebung um ihn herum wird als eine ferne Stille beschrieben, die die Menschen nicht mehr hören können. Der Buddha wird als ein Stern unter anderen Sternen dargestellt, die wir nicht sehen können, aber die ihn umgeben. Das Gedicht reflektiert über die Natur des Buddha und seine Beziehung zu den Menschen. Es stellt die Frage, ob der Buddha auf die Menschen wartet oder ob er sie überhaupt braucht. Das Gedicht deutet an, dass der Buddha in seiner tiefen Meditation und seinem Zustand der Erleuchtung unabhängig von den Menschen ist und dass er sich nicht ändert, selbst wenn die Menschen vor ihm niederknien. Das Gedicht endet mit der Vorstellung, dass das, was die Menschen zu den Füßen des Buddha zieht, seit Millionen von Jahren in ihm kreist. Der Buddha vergisst, was die Menschen erfahren, und erfährt, was die Menschen zurückweist. Dies deutet darauf hin, dass der Buddha eine transzendente Weisheit besitzt, die über das menschliche Verständnis hinausgeht und die Essenz aller Dinge erfasst.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Hyperbel
[das kreist in ihm seit Millionen Jahren]
Metapher
[Als ob er horchte. Stille: eine Ferne Und er ist Stern. Und andre große Sterne er bliebe tief und träge wie ein Tier]
Personifikation
[Als ob er horchte]
Rhetorische Frage
[Warten wir, daß er uns sähe? Sollte er bedürfen?]
Vergleich
[er bliebe tief und träge wie ein Tier]