Buch und Rose
1806Ein altes Buch in pergamentnem Band, Jahrhunderte vielleicht nicht aufgeschlagen - Weil fremd sein Wort erklingt aus fremdem Land Und alte Dichter wenig behagen. Ein altes Buch fiel jüngst mir in die Hände, Und wie ich träumend seine Blätter wende, Und Moderstäubchen wirbelnd mich umfliegen, Seh staunend ich in seinem Schoß verdorrt, Doch Lenzensduft noch hauchend fort und fort, Verblichen, farblos eine Rose liegen.
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Interpretation
Das Gedicht "Buch und Rose" von Friedrich Halm handelt von einem alten, verstaubten Buch, das der Sprecher zufällig in die Hände bekommt. Das Buch ist schon seit Jahrhunderten nicht mehr aufgeschlagen worden, da die fremde Sprache und die alten Dichter für die meisten Menschen uninteressant sind. Der Sprecher beginnt, die vergilbten Seiten des Buches zu durchblättern und wird von Moderstäubchen umgeben, die beim Umblättern aufgewirbelt werden. Dabei entdeckt er inmitten der alten Seiten eine verblühte, farblose Rose, die aber noch immer ihren Duft verströmt. Die Rose symbolisiert wahrscheinlich die Schönheit und die vergängliche Natur des Lebens. Trotz ihres verblichenen Aussehens verbreitet sie noch immer ihren angenehmen Duft, was darauf hindeutet, dass auch alte Dinge noch einen Wert und eine Bedeutung haben können. Das Gedicht vermittelt eine nostalgische Stimmung und regt zum Nachdenken über die Vergänglichkeit der Zeit und die Schönheit alter Dinge an.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Weil fremd sein Wort erklingt aus fremdem Land
- Bildlichkeit
- Moderstäubchen wirbelnd mich umfliegen
- Kontrast
- Verblichen, farblos eine Rose liegen
- Metapher
- Sein Schoß verdorrt
- Personifikation
- Ein altes Buch fiel jüngst mir in die Hände