Bruchstücke

Johann Peter Hebel

1760

Es lütet Bettzit überal, der Himmel dunklet no und no, und ‘s flimmeret im Himmelssaal e Sternli dört, e Sternli do.

Der Wächter rüeft der Morgen a: »Wacht auf, wacht auf, der Tag beginnt!« Druf luegt ei Sternli ‘s ander a: »Wär’s mügli? Wie doch d’Zit verrinnt!« Der Mond luegt, was si Zitli seit, er traut em nit, er hebt’s ans Ohr, er seit, der Wächter isch nit gscheit, si Uhr goht um zwo Stunde vor. Druf sitze d’Sternli alli nieder und nehme’s Rad und spinne wieder.

Bat, mer sin so still, und ‘s isch so wit no go Basel bis ans Bläsitor und uf di lustigi Rhibruck. Giget der Sepli zum Tanz, viel lustiger tanzt men und ringer. Spröchet men unterwegs, viel ringer chunnt me go Basel. Rot mer hi und rot mer her: was chaufi mer z’Basel?

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Illustration zu Bruchstücke

Interpretation

Das Gedicht "Bruchstücke" von Johann Peter Hebel ist ein poetisches Werk, das in mundartlicher Form verfasst ist und verschiedene Szenen und Stimmungen einfängt. Das Gedicht beginnt mit einer Beschreibung der Nacht, in der die Sterne am Himmel funkeln und der Wächter den Morgen ankündigt. Die Sterne zweifeln an der Zuverlässigkeit des Wächters und setzen ihre nächtlichen Aktivitäten fort. Es entsteht eine Atmosphäre der Unsicherheit und des Misstrauens. Der zweite Teil des Gedichts beschreibt eine Reise nach Basel, bei der die Reisenden still und zurückhaltend sind. Die Reise wird als lang und weit beschrieben, und die Reisenden finden Trost und Ablenkung im Tanz und in Gesprächen. Die Neugierde auf das Ziel Basel wird durch die Frage nach dem Kauf von Waren in der Stadt ausgedrückt. Insgesamt vermittelt das Gedicht "Bruchstücke" eine Mischung aus nächtlicher Ruhe, Zweifel und Reiseerfahrung. Es zeigt die Vielfalt der menschlichen Erfahrungen und Emotionen in verschiedenen Situationen.

Schlüsselwörter

sternli mer basel wächter wacht druf luegt seit

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Stilmittel

Alliteration
«Wacht auf, wacht auf, der Tag beginnt!»
Bildsprache
bis ans Bläsitor und uf di lustigi Rhibruck
Ironie
er seit, der Wächter isch nit gscheit, si Uhr goht um zwo Stunde vor
Kontrast
Bat, mer sin so still, und ‘s isch so wit no go Basel
Metapher
und ‘s flimmeret im Himmelssaal
Personifikation
Der Wächter rüeft der Morgen a
Reim
no und no, do und do