Brief einer Mutter nach Paris
1783Mai 1814.
Gott grüße dich, mein deutsches Blut, Mit Siegeslust und Ehren, Er wolle dir den Heldenmuth Mit edler Speise nähren.
O wandle muthig weiter fort Im Dienst der Ewig-Reinen, Und laß auch an dem Sündenort Die deutschen Ehren scheinen.
Die deutsche Keuschheit, deutsche Scham, Die Scheu vor allen Ketten, Die Lust an Freiheit, welche kam Selbst Feindesland zu retten.
Zur Heimat wende dich, mein Kind, Wenn Kummer dich erfüllet, Vom Aufgang weht ein frischer Wind, Der Haß und Schmerzen stillet.
O bleibe fremd, o bleibe fern Den Sündern und den Blinden, Dann wird der Deutschen Ehr′ und Stern Dir nimmermehr verschwinden.
Der Väter Segen ruht auf dir, Er hat dich treu geleitet, Und dir in schöner Heimat hier Gar holden Lohn bereitet.
Ein deutsches Mädchen will als Braut Den deutschen Helden grüßen; Ich sah sie jüngst ein Myrthenkraut Im Kämmerlein begießen.
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Interpretation
Das Gedicht "Brief einer Mutter nach Paris" von Max von Schenkendorf ist ein patriotisches Werk, das die Liebe zur deutschen Heimat und den Wunsch nach Freiheit zum Ausdruck bringt. Die Mutter spricht in dem Gedicht zu ihrem Sohn, der sich in Paris befindet, und ermutigt ihn, mutig und standhaft im Dienst der Ewig-Reinen zu bleiben. Die Mutter wünscht ihrem Sohn Gottes Segen und bittet ihn, die deutschen Ehren auch an einem Ort der Sünde zum Strahlen zu bringen. Sie betont die Bedeutung von deutscher Keuschheit, Scham und der Abneigung gegen alle Fesseln. Die Lust an der Freiheit, die sogar das Feindesland retten kann, wird als ein wichtiges Merkmal deutscher Identität hervorgehoben. Die Mutter rät ihrem Sohn, sich bei Kummer zur Heimat zu wenden, wo ein frischer Wind weht, der Hass und Schmerzen stillt. Sie ermahnt ihn, sich von Sündern und Blinden fernzuhalten, damit die Ehre und der Stern der Deutschen ihm niemals entschwinden. Der Segen der Väter ruht auf ihm und hat ihn treu geleitet, und in der schönen Heimat wartet eine holde Belohnung auf ihn. Das Gedicht endet mit der Erwähnung eines deutschen Mädchens, das als Braut einen deutschen Helden grüßen möchte. Die Mutter hat sie kürzlich dabei beobachtet, wie sie ein Myrtenkraut im Kämmerlein begossen hat, was als Symbol für die Reinheit und Treue der deutschen Frauen interpretiert werden kann.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Sündern und den Blinden
- Apostrophe
- Gott grüße dich, mein deutsches Blut
- Hyperbel
- Der Haß und Schmerzen stillet
- Metapher
- deutsches Blut
- Personifikation
- Gott grüße dich
- Symbolik
- Myrthenkraut