Breslauer Katholikentag
1921An dem Oderstromgestade Ist der Glaube neu erstarkt, Denn hier war die Herbstparade, Scilicet, der Ochsenmarkt.
Alle sind sie dagewesen, Fern von ihrem Heimatsort; Ungeacht′ der Reisespesen Zog der Geist des Herrn sie fort.
Mit den Platt- und Bürgerfüßen Ist man stolz vorbeimarschiert, Um den Bischof zu begrüßen, Der hiebei ein Wort verliert.
Auch der Papst gab seinen Segen, Oho - ho, und gern dazu. Ist euch was daran gelegen, Wenn ich jetzt das Nämlich tu?
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Breslauer Katholikentag" von Ludwig Thoma beschreibt die Szene eines katholischen Kongresses am Ufer der Oder, bei dem der Glaube neu erstarkt ist. Die Herbstparade und der Ochsenmarkt werden als Metaphern für die Versammlung der Gläubigen verwendet, die aus der Ferne angereist sind, um an diesem Ereignis teilzunehmen. Die Reisespesen werden in Kauf genommen, da der Geist des Herrn sie zu diesem Ort zieht. Die Gläubigen marschieren stolz mit ihren Platt- und Bürgerfüßen vorbei, um den Bischof zu begrüßen, der dabei ein Wort verliert. Dies könnte als Kritik an der Oberflächlichkeit der Zeremonie und der mangelnden Tiefe der gehaltenen Rede interpretiert werden. Der Papst gibt seinen Segen, was als übliche Geste bei solchen Veranstaltungen dargestellt wird. Das Gedicht endet mit einer rhetorischen Frage, die den Leser dazu einlädt, über die Bedeutung und den Zweck solcher Versammlungen nachzudenken. Thoma scheint die Ernsthaftigkeit und den spirituellen Wert des Katholikentags in Frage zu stellen und möglicherweise eine gewisse Ironie oder Kritik an den religiösen Praktiken und Traditionen zu äußern.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- An dem Oderstromgestade
- Anspielung
- Um den Bischof zu begrüßen
- Hyperbel
- Ungeacht' der Reisespesen Zog der Geist des Herrn sie fort
- Ironie
- Auch der Papst gab seinen Segen
- Metapher
- Scilicet, der Ochsenmarkt
- Personifikation
- Denn hier war die Herbstparade
- Rhetorische Frage
- Ist euch was daran gelegen
- Symbolik
- Mit den Platt- und Bürgerfüßen