Breite und Tiefe
1807Sag’, alter Narr, was rennst du wieder So kreuz und quer, bergauf und nieder? Was suchst du denn? Laß sein, laß sein! Die Weite bringt es dir nicht ein, Im Breiten wirst du’s nicht erringen! Da mußt du in die Tiefe dringen. Der Weg ist kurz, die Arbeit schlicht: Fünf Schuh tief, weiter braucht es nicht.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Breite und Tiefe" von Friedrich Theodor Vischer handelt von der Suche nach dem Wesentlichen im Leben. Ein älterer Mann wird gefragt, warum er so hektisch und ziellos umherläuft, ohne sein Ziel zu finden. Der Sprecher rät ihm, seine Suche nach Breite und Weite aufzugeben und stattdessen in die Tiefe zu gehen. Die Botschaft des Gedichts ist, dass es nicht darauf ankommt, viele verschiedene Dinge auszuprobieren oder ein breites Spektrum an Erfahrungen zu sammeln. Vielmehr sollte man sich auf wenige, aber dafür umso tiefere und bedeutungsvollere Aspekte des Lebens konzentrieren. Der Weg zur Erkenntnis und Erfüllung führt nicht in die Weite, sondern in die Tiefe. Der Sprecher betont, dass dieser Weg zwar kurz, aber die Arbeit schlicht ist. Mit "fünf Schuh tief" wird bildhaft ausgedrückt, dass es nicht viel braucht, um in die Tiefe vorzudringen und das Wesentliche zu erkennen. Man muss nicht weit reisen oder viele Umwege gehen, sondern sich auf das konzentrieren, was wirklich zählt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Sag', alter Narr, was rennst du wieder So kreuz und quer, bergauf und nieder? Was suchst du denn? Laß sein, laß sein!
- Bildsprache
- Fünf Schuh tief, weiter braucht es nicht.
- Imperativ
- Laß sein, laß sein!
- Kontrast
- Breite und Tiefe
- Metapher
- Die Weite bringt es dir nicht ein, Im Breiten wirst du's nicht erringen! Da mußt du in die Tiefe dringen.