Brautseele II
1889Das Gewand meiner Seele erzittert im Sturm deiner Liebe, Wie tief im Hain Das Herz des Frühlings zittert. Ja, mein heftiges Herz, Wir haben Frühling: Auf einmal ist dann alles Blühen da.
Was schön ist auf dieser Weltwiese, Ist nur aus Sehnen und Liebe schön, Und will dich holen mit Farbe und Duft. O komm, ich bin ja so schön nach dir! O komm, ich bin ja so süß nach dir! Ich, deine wartende Zier, deine lebendige, Vergehe nach dir.
Jeden Tag kommt Alter, kommt Welken, Komm du dem Alter, dem Welken zuvor!
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Interpretation
Das Gedicht "Brautseele II" von Peter Hille thematisiert die intensive Sehnsucht und Leidenschaft einer Seele, die sich nach der Liebe sehnt. Die Seele wird als Braut dargestellt, die in Erwartung der Liebe erzittert und erblüht. Die Naturmetaphern, wie der Frühling und die blühende Wiese, symbolisieren die Schönheit und Lebendigkeit, die die Liebe mit sich bringt. Die Seele ruft ihren Geliebten an, um ihn zu sich zu holen, und betont ihre eigene Schönheit und Süße, die nur für ihn bestimmt sind. Die zweite Strophe verdeutlicht, dass die Schönheit der Welt nur durch Sehnsucht und Liebe entsteht. Die Seele präsentiert sich als lockende Zierde, die nach der Liebe verlangt und bereit ist, für sie zu vergehen. Sie betont ihre Lebendigkeit und ihre Bereitschaft, sich ganz dem Geliebten hinzugeben. Die Seele fleht den Geliebten an, zu kommen, bevor das Alter und das Welken Einzug halten, und unterstreicht damit die Dringlichkeit und Vergänglichkeit der Liebe. Das Gedicht vermittelt eine tiefe emotionale Intensität und eine romantische Vorstellung von Liebe als Quelle der Schönheit und des Lebens. Die Seele wird als aktive, wartende Braut dargestellt, die sich nach der Erfüllung ihrer Sehnsucht sehnt. Die Naturmetaphern verstärken die Idee, dass Liebe ein natürlicher, lebensspendender Prozess ist, der die Seele erblühen lässt. Gleichzeitig wird die Vergänglichkeit der Schönheit und der Liebe betont, was die Dringlichkeit des Rufes an den Geliebten unterstreicht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- O komm, ich bin ja so schön nach dir! / O komm, ich bin ja so süß nach dir!
- Hyperbel
- Auf einmal ist dann alles Blühen da
- Imperativ
- Komm du dem Alter, dem Welken zuvor
- Kontrast
- Jeden Tag kommt Alter, kommt Welken / Komm du dem Alter, dem Welken zuvor
- Metapher
- Vergehe nach dir
- Parallelismus
- Ich bin ja so schön nach dir / Ich bin ja so süß nach dir
- Personifikation
- Das Herz des Frühlings zittert
- Symbolik
- Frühling als Symbol für Liebe und Neubeginn