Braut-Ballade

Edgar Allan Poe

1922

Der Ring an meiner Hand, Der Kranz aufs Haar gesetzt - Mein ist nun Prunk und Tand Und wunderbar Gewand, Und ich bin glücklich jetzt.

Und mein Herr, er liebt mich sehr; Doch sein Schwur hat mich entsetzt - Sein Wort klang dumpf und schwer Wie Grabgeläute her Und klang, als spräche er, Der kämpfend fiel im Heer - Und der wohl glücklich jetzt.

Doch er beruhigte mich Mit sanftem Kuß zuletzt, Indes ein Träumen mich Zum Kirchhof trug und ich D′Elormie, dem Toten, mich Vermählte innerlich. »O ich bin glücklich jetzt!«

Und so war das Wort gesprochen Und der Schwur, der Pflichten setzt; Und sei auch die Treu′ gebrochen, Und sei auch mein Herz gebrochen - Der Ring, er hat gesprochen, Er zeigt mich glücklich jetzt.

Wollt′ Gott, ich könnte lassen Den Traum, der so mich hetzt! Meine Seele kann′s nicht fassen, Ich muß in Reu erblassen, Daß der Tote, so verlassen, Nicht glücklich sein mag jetzt.

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Illustration zu Braut-Ballade

Interpretation

Das Gedicht "Braut-Ballade" von Edgar Allan Poe erzählt von einer Braut, die sich zwar glücklich schätzt, jedoch von dunklen und unheimlichen Visionen heimgesucht wird. Die Braut trägt Ring und Kranz und fühlt sich in ihrem prächtigen Gewand glücklich. Doch ihr Bräutigam spricht einen Schwur, der sie entsetzt, da er dumpf und schwer klingt, wie Grabgeläute. In einem Traum wird sie zum Kirchhof getragen und vermählt sich innerlich mit dem Toten D'Elormie. Die Braut versucht, sich durch den Schwur und den Ring zu beruhigen, der sie glücklich zeigt. Doch sie kann den Traum nicht loslassen und empfindet Reue, dass der Tote nicht glücklich sein mag. Das Gedicht vermittelt eine düstere und unheimliche Stimmung, die durch die Visionen und den Schwur des Bräutigams entsteht. Die Braut scheint zwischen ihrem irdischen Glück und den düsteren Visionen hin- und hergerissen zu sein.

Schlüsselwörter

glücklich ring schwur wort klang gesprochen gebrochen hand

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Stilmittel

Alliteration
Sein Schwur hat mich entsetzt
Anapher
Und ich bin glücklich jetzt.
Bildlichkeit
Zum Kirchhof trug und ich D'Elormie, dem Toten, mich Vermählte innerlich
Hyperbel
Sein Wort klang dumpf und schwer Wie Grabgeläute her
Ironie
O ich bin glücklich jetzt!
Kontrast
Und sei auch die Treu' gebrochen, Und sei auch mein Herz gebrochen
Metapher
Der Ring an meiner Hand, Der Kranz aufs Haar gesetzt
Personifikation
Der Ring, er hat gesprochen