Bonnet
1912Wolken erheben sich nie bis zur Stirn dieses heiligen Greises, Und in Aurorens Gestalt winkt ihm der lächelnde Tod. So wie der Hirt auf den Alpen in sonniger Heitre den Donner Hört aus umnachtetem Thal, hört er der Leidenschaft Sturm.
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Interpretation
Das Gedicht "Bonnet" von Friedrich von Matthisson zeichnet ein eindrucksvolles Bild eines "heiligen Greises", der von den stürmischen Leidenschaften des Lebens verschont bleibt. Die Wolken, Symbole für Unruhe und Leid, erreichen nicht die Stirn des Greises, was seine innere Ruhe und spirituelle Erhabenheit unterstreicht. Der Tod, personifiziert in der Gestalt der Aurora, winkt ihm lächelnd zu, was auf einen sanften und erlösenden Abschied hindeutet. Der Vergleich mit dem Hirten auf den Alpen verstärkt die Idee der Gelassenheit und Distanz zu den Turbulenzen des Lebens. Während der Hirte den Donner aus dem "umnachteten Thal" hört, bleibt er selbst in der "sonnigen Heitre", unberührt von der Unruhe, die ihn umgibt. Ebenso ist der Greise von den Stürmen der Leidenschaft abgeschirmt, was seine geistige und emotionale Unabhängigkeit betont. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Bewunderung für die Fähigkeit des Greises, inmitten des Lebenschaos einen Zustand der inneren Harmonie zu bewahren. Matthisson verwendet eindrucksvolle Naturbilder, um die Ruhe und Erhabenheit des Greises zu illustrieren, und schafft so ein poetisches Denkmal für die Kraft der spirituellen Gelassenheit.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Wolken erheben sich nie bis zur Stirn dieses heiligen Greises
- Personifikation
- Aurorens Gestalt winkt ihm der lächelnde Tod
- Vergleich
- So wie der Hirt auf den Alpen in sonniger Heitere den Donner hört aus umnachtetem Thal, hört er der Leidenschaft Sturm