Blüte

August Stramm

1915

Diamanten wandern übers Wasser! Ausgereckte Arme Spannt der falbe Staub zur Sonne! Blüten wiegen im Haar! Geperlt Verästelt Spinnen Schleier! Duften Weiße matte bleiche Schleier! Rosa, scheu gedämpft, verschimmert Zittern Flecken Lippen, Lippen Durstig, krause, heiße Lippen! Blüten! Blüten! Küsse! Wein! Roter Goldner Rauscher Wein! Du und Ich! Ich und Du! Du?!

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Illustration zu Blüte

Interpretation

Das Gedicht "Blüte" von August Stramm ist ein impressionistisches Werk, das die Sinne des Lesers anspricht. Die ersten Zeilen malen ein Bild von Diamanten, die über das Wasser wandern, und von ausgebreiteten Armen, die den staubigen Himmel zur Sonne spannen. Die Blüten im Haar und die perlenden, verästelten Spinnenschleier schaffen eine surreale Atmosphäre, die von einem sanften, weißen Schleier umgeben ist. Die Farben Rosa und Gold schimmern durch, während Flecken zittern und Lippen, durstig und kraus, heiß werden. Die Wiederholung von "Blüten" und "Küsse" verstärkt die sinnliche Natur des Gedichts, während "Wein" und "Rot" eine Note von Leidenschaft und Intensität hinzufügen. Das Gedicht entwickelt sich zu einem Dialog zwischen "Du" und "Ich", wobei die Wiederholung von "Du und Ich" und "Ich und Du" die Intimität und die gegenseitige Abhängigkeit der beiden Personen betont. Die letzte Zeile, "Du?!", lässt den Leser in einem Zustand der Unsicherheit und des Nachdenkens zurück, als ob die Beziehung oder die Identität der Person, auf die sich "Du" bezieht, in Frage gestellt wird. Dieses abrupte Ende lässt Raum für Interpretation und regt den Leser dazu an, über die Natur der Beziehung und die Bedeutung der Blüte als Symbol nachzudenken. Insgesamt ist "Blüte" ein Gedicht, das die Grenzen der Sprache und der konventionellen Poesie sprengt. August Stramm verwendet eine Reihe von Bildern und Wiederholungen, um eine sinnliche und emotionale Erfahrung zu schaffen, die den Leser in eine Welt der Schönheit und der Unsicherheit entführt. Das Gedicht lädt den Leser ein, die Tiefe der menschlichen Erfahrung zu erkunden und die Komplexität der Beziehungen und der Identität zu hinterfragen.

Schlüsselwörter

blüten lippen schleier wein diamanten wandern übers wasser

Wortwolke

Wortwolke zu Blüte

Stilmittel

Alliteration
Diamanten wandern
Anapher
Lippen, Lippen
Aufzählung
Rosa, scheu gedämpft, verschimmert
Bildsprache
Blüten wiegen im Haar
Hyperbel
Durstig, krause, heiße Lippen
Metapher
Diamanten wandern übers Wasser
Personifikation
Spannt der falbe Staub zur Sonne
Wortwiederholung
Du und Ich! Ich und Du!