Blühe, liebes Veilchen

Christian Adolph Overbeck

1755

Blühe, liebes Veilchen, Das ich selbst erzog, Blühe noch ein Weilchen, Werde schöner noch! Weißt du was ich denke? Lotten zum Geschenke Pflück ich nächstens dich. Blümchen, freue dich!

Lotte, mußt du wissen, Ist mein liebes Kind! Sollt′ ich Lotte missen, Weinte ich mich blind! Lotte hat vor allen Kindern mir gefallen, Die ich je gesehen, Das muß ich gestehen.

Solch ein schmuckes Mädchen Gibt es weiter nicht! Zwar hat Nachbars Gretchen Auch ein hübsch Gesicht! Doch muß ich′s nur sagen, Würde man mich fragen: Möcht`st du Gretchen frein? Sicher sag ich: Nein!

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Illustration zu Blühe, liebes Veilchen

Interpretation

Das Gedicht "Blühe, liebes Veilchen" von Christian Adolph Overbeck erzählt von der Zuneigung des lyrischen Ichs zu einem Veilchen, das es selbst großgezogen hat. Das Veilchen wird als Symbol für Unschuld und Schönheit dargestellt und soll Lotten, das "liebe Kind" des Sprechers, als Geschenk überreicht werden. Die Beziehung zwischen dem Sprecher und Lotten ist offensichtlich sehr eng, da er betont, dass er weinen würde, wenn er sie verlieren würde. Das Gedicht zeichnet sich durch eine kindliche, naive Sprache aus, die die Unschuld und Reinheit der Gefühle des Sprechers unterstreicht. Die zweite Strophe vertieft die Beziehung zwischen dem Sprecher und Lotten. Lotten wird als das "liebe Kind" des Sprechers bezeichnet, was auf eine enge emotionale Bindung hindeutet. Der Sprecher betont, dass er weinen würde, wenn er Lotten verlieren würde, was die tiefe Zuneigung und Verbundenheit zwischen ihnen verdeutlicht. Die Aussage, dass Lotten ihm mehr gefallen hat als alle anderen Kinder, die er je gesehen hat, unterstreicht die Einzigartigkeit und Besonderheit dieser Beziehung. In der dritten Strophe vergleicht der Sprecher Lotten mit anderen Mädchen, insbesondere mit Nachbars Gretchens. Obwohl Gretchen ein hübsches Gesicht hat, betont der Sprecher, dass er sie nicht heiraten möchte. Dies verdeutlicht die Vorliebe des Sprechers für Lotten und seine Ablehnung anderer Mädchen. Das Gedicht endet mit der Feststellung, dass es kein anderes Mädchen wie Lotten gibt, was die Einzigartigkeit und Besonderheit ihrer Beziehung unterstreicht.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Blühe, liebes Veilchen
Betonung
Lotten zum Geschenke / Pflück ich nächstens dich
Bildsprache
Blühe, liebes Veilchen, / Das ich selbst erzog, / Blühe noch ein Weilchen, / Werde schöner noch!
Direkte Ansprache
Blümchen, freue dich!
Kontrast
Zwar hat Nachbars Gretchen / Auch ein hübsch Gesicht! / Doch muß ich's nur sagen
Personifikation
Blümchen, freue dich!
Vergleich
Solch ein schmuckes Mädchen / Gibt es weiter nicht!